Botanische Wanderung
von Heinz Rinsche
Am 27.6.2005 hatte ich die Gelegenheit, an einer kleinen botanischen Wanderung über den Güterbahnhof in Rheine teilzunehmen.
Dass hier viele Kostbarkeiten zu erwarten waren, war uns bekannt. Doch das, was wir dann wirklich erlebten, war geradezu sensationell.
Und das begann bei den Orchideen. Knabenkräuter - hier vor allem das Übersehende Knabenkraut (Dactylorhizza prätermissa) – in solchen Mengen, dass wir schon bald aufhörten zu zählen. Wohl 1000 dieser seltenen Art, so schätzten wir schließlich, haben hier ein Rückzugsgebiet gefunden, das es in dieser Konzentration nicht noch mal geben dürfte.
Eisenkraut und Tausendgüldenkraut, Kronenwicke und Natternkopf, Königskerze und Geisraute bilden ein buntes farbiges Mosaik.
Nein, kein Botanischer Garten könnte schöner sein als das, was der Güterbahnhof im Moment so bietet.
Dabei kann man von einem Bahnhof an sich nicht mehr sprechen, denn die Gleise sind vollständig abgebaut. Birken- und Weidengebüsch macht sich inzwischen breit. Und schon in wenigen Jahren wird im Schatten des immer dichter werdenden Gebüsches die bunte Flora verschwunden sein. Pflegemaßnahmen sind erforderlich, will man dieses Eldorado erhalten. Zwischen Waldhügel und Emsaue gelegen bietet sich die Fläche geradezu an, beides in glücklicher Weise zu verbinden.
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