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Aktiver Naturschutz mit ganz viel Wasser

 

Emsdettener Volkszeitung

4. Jan. 2006

 

Erweiterung des Lehrpfades im Venn durch Damm lässt Birke und Faulbaum keine Chance

 

Emsdetten . Es war einmal ein Stück Moorgebiet - das eigentlich kein Moor mehr war. Und weil ein Lehrpfad daran grenzte, bot sich die Einbindung dieses Stückchens Natur an: Über einen Pfad auf einem Damm, damit Besucher nicht nass werden. Nass wird seitdem das Stückchen Natur, das so wieder zum Moor wird.

Es war so einfach und ging so schnell. Als die Naturfreunde von den Naturschutzverbänden BUND und NABU im vergangenen Jahr mit Zustimmung der Unteren Landschaftsbehörde entschieden, den Lehrpfad im Venn zu erweitern, hatten sie auch Eigennutz im Sinn.

Nebeneffekt

"Das kann nur über einen Damm passieren, damit Besucher trockenen Fußes den

Pfad abgehen können", hatte Heinz Rinsche bei einem Arbeitseinsatz gegenüber der EV gesagt und gleichzeitig einen guten Nebeneffekt im Sinn: Der Damm würde das Wasser aufstauen, die angrenzenden Flächen ausreichend feucht halten.

Birke weicht

Rinsche weiß: Nur so kann ein Moor leben. Und nur so verschwinden auch jene Pflanzen wie Birke und Faulbaum, die das Moor langsam zerstören, auch weil sie das wenige Wasser entziehen. Damit das nicht passiert, muss entkusselt werden. So erwischen Naturschützer die Wurzelstämme der (ausnahmsweise) ungeliebten Bäume, die sich im Venngebiet ungewollt breit machen. Und weil das Entkusseln anstrengend, zeitaufwendig und manchmal endlos ist, ist die natürliche Methode immer die bessere. Wasser braucht man dafür, so viel, das ganze Flächen unter Wasser stehen. Das zerstört Birke und Co, schafft Platz für die neuen seltenen pflanzlichen Moorbewohner, die tierische Nachbarn automatisch im Schlepptau haben.

Junge Helfer

Unmittelbar nach dem Jahreswechsel ist die Freude groß bei Heinz Rinsche und Ludwig Klasing, die mit Unterstützung von Jugendlichen im Rahmen einer "Beschäftigungsmaßnahme mit Qualifizierung und Vermittlung" (gefördert durch, der Arbeitsförderung des Kreises Steinfurt) einen großen Damm aufgeschüttet haben. Und das mit jenem Holz, das ohnehin dem Pfad weichen musste.

Schneller Erfolg

Wenige Wochen später staut sich bereits das Wasser knöcheltief an den künstlichen Wasserbarrieren, die so natürlich aussieht. In unmittelbarer Nähe ist ein Torfstich zu sehen, der als nächstes wiederbelebt werden soll - als Anschauungsobjekt. Ein nächstes Arbeitsfeld, für das die Naturschützer sicher bald Zeit haben. Schließlich übernimmt, das Entkusseln der knapp fünf Hektar großen angrenzenden Fläche Mutter Natur: Mit Hilfe von ganz viel Wasser und einem künstlichen Staudamm. . ras

 

 

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