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Bekassine

Station 9

 

Feuchtwiesen

 

Die bäuerliche Kulturlandschaft hat in den vergangenen 30 Jahren einen drastischen Wandel erfahren. Die allmähliche Umwandlung der Moore und der feuchten Heiden in Grünland, die in unserer Region etwa um 1850 begann, führte zu einer Anpassung der meisten Arten an eine neue Situation. Doch mit zunehmender landwirtschaftlicher Intensivierung schreitet vor allem im Ökosystem Feuchtgrünland der Artenschwund immer schneller voran. Mit der Einführung der Stickstoffdüngung sowie den im Zuge von Flurbereinigungsverfahren durchgeführten Grundwasserabsenkungen

erreichte die Günlandnutzung eine Intensität, bei der viele für Feuchtgrünland typische Tier- und Pflanzenarten keine Überlebenschance mehr hatten. Das Trockenlegen ermöglichte eine Ackernutzung und veranlasste früher oder später die Landwirte zum Umbruch des ehemals feuchten Grünlandes. Wie der Name schon sagt sind Feuchtwiesen durch mehr oder minder große Nässe gekennzeichnet.

Das Grundwasser steht hoch an, und in Geländemulden, den Blänken (siehe Station 2), sammelt sich nicht abfließendes Oberflächenwasser. Ein weiteres wesentliches Element stellen die meist aus Viehtränken hervorgegangenen Kleingewässer dar. Im Ökosystem Feuchtwiese leben heute zahlreiche, oft hoch spezialisierte Pflanzen und Tiere. Zum Erhalt der Feuchtwiesen ist auf Dauer eine Nutzung durch Mähen und / oder Beweidung

notwendig. Für zahlreiche Tiere in Mitteleuropa stellen die Feuchtwiesen heute einen wichtigen Lebensraum dar. Hierzu gehören neben Insekten, Spinnen und Amphibien auch Vögel wie die Uferschnepfe, der Große Brachvogel und die Bekassine.

Für letztere sind eine lückige und nicht zu hohe Vegetation sowie ein feuchter und deshalb weicher Boden erforderlich damit sie mit ihren langen Schnäbeln wie mit einer Pinzette nach Bodentieren stochern können.

 

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