wir bedauern, dass einst prägende Fabrikbauten aus dem Stadtbild verschwinden.
Wesentliche, historische Stadtmerkmale in Bezug von Wohnen und Arbeiten in der Stadt gehen verloren und führen zu einem Identitätsverlust und damit einer Austauschbarkeit von Stadtvierteln und auch Städten.
Fassadengestaltung Rheiner Straße: Aufgrund der Aufgabe der Produktion der Fa. Biederlack an dieser Stelle erfolgt auch hier ein Gesichtswandel.
Als kleines Trostpflaster soll der „alte Turm“ des Gebäudes erhalten werden.
Wir schlagen vor, die alte Fabrikfassade im Neubau des Altenwohnheims zumindest entlang der Rheiner Straße wieder aufzunehmen.
Aufgrund der östlichen Ausrichtung werden für den Funktionsablauf des Gebäudes an dieser Seite nur weniger bzw. kleine Fensterflächen benötigt.
Ein Klinkerfassade, die in Form und Farbe den alten Bestand adaptiert, hätte einen besonderen Charme, der noch durch eine natürliche Fassadenbegrünung durch wilden Wein u.a. gesteigert werden kann und damit den Wohnwert des Objektes verbessern kann.
In der vorliegenden Planung erscheint der „alte Turm“ nur als Relikt, der durch eine Planungs-änderung in den neuen Baukomplex eingebunden werden kann.
Fabrikgemäuer, Türme und Ausbauten bildeten ideale Nistmöglichkeiten für verschieden Vogelarten, wie z.B. dem Mauersegler, Eule u.a., die immer seltener im Stadtbild zu finden sind.
Hierzu schlagen wir vor, beim Neubauvorhaben und vor allem am „alten Turm“ Nisthilfen zu schaffen.
Nutzung Regenerativer Energien / Dachform / Dachgestaltung: Aufgrund der Veränderungen in Zeiten des Klimawandels sehen wir es als erforderlich an, überall wo möglich, die Voraussetzung zur Nutzung der Solarenergie zu schaffen.
Die Vorgabe muss dahin gehend geändert werden, dass nur noch Solardächer bzw. Dachformen, die dafür hergerichtet werden können, genehmigt werden und dass in der Dachgestaltung grundsätzlich „Solar“ steht.
Die alten Fabrikbauten waren markant auch durch verschiedene Dachformen. Hier bietet sich an, das Altenheimprojekt mit einem Pultdach oder sogar mit Sheddach auszubilden.
Im Detail ist dazu die Fassade entlang der Rheiner Straße über ein drittes Stockwerk hinaus mit dem Pultdach auszubilden und den Baukörper Richtung Süden zurück zu nehmen.
Zudem ergibt sich durch die Abstufung eine positive, interessante Sichtachse zum Wohngebiet.
In der Bauvorschrift des Baugebietes sollte u. E. festgelegt werden, dass nur Objekt mit Dach (Pult- oder Sheddach) errichtet werden, die die solaren Anforderungen (Ausrichtung, Bauhöhe u.s.w.) erfüllen bzw. problemlos dazu ausgebaut werden können.
Grünplanung: Die Grünplanung in diesem Bereich erscheint uns unzureichend. Die hohe Baumasse sollte ggfls. verringert werden, um eine verbesserte Durchgrünung mit Bäumen zu ermöglichen.
Der Bereich des Spielplatzes sollte um einen Baumareal erweitert werden. Schon eine kleine Hainanlage mit rd. 10 Bäumen erhöht die Akzeptanz und Aufenthaltsqualität.
Die Festlegung in der Pflanzliste ist um weitere heimische Baum- und Heckenarten zu erweitern.
Stellplätze / Auto freie Zone: Der Baukomplex „Altenheim“ könnte nach Möglichkeit mit einer übergreifenden Tiefgarage ausgebaut werden, um den Planbereich Fußgänger- und Wohnumfeldfreundlicher zu gestalten. Damit gibt es die Möglichkeit, dass hier ein weiteres autofreies Wohnprojekt entstehen kann.
Emsdetten im Mai 2009 für die Umweltverbände in Emsdetten BUND/NABU
Friedel Hesseling |