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Hochmoor als Erlebniswelt

Lehrpfad im Venn wird verlängert und aufgewertet / Naturschützer bieten Einblicke

 

Bericht der EV v. 22.10.2005

EMSDETTEN

Der Lehr- und Erlebnispfad im Venn wird erweitert. Doppelt so lang wird der Weg, bietet dann einen Blick auf die weite Moor- landschaft, die mühevoll wieder her-gestellt wurde. Der Sonnentau soll zum Greifen nahe bestaunt werden können und ein frischer Torfstich auch. Die Pläne sind fertig, Helfer gibt es, langfristig fehlen nur noch Schafe zur Beweidung.
Der bereits bestehende Lehrpfad zwischen Aussichtsturm und Hindenburgweg bleibt so erhalten.

Weg war zu kurz

Er wird lediglich ergänzt durch einen Pfad, der vom zentralen Punkt des Lehr-
pfades ausgehend parallel zum Hindenburgweg auf den südlich gelegenen Kranzbeerenweg führt, von dort östlich nach 100 Meter zum Hindenburgweg. "Der jetzige Lehrpfad, gerade mal 200 Meter lang, ist einfach zu kurz, um überhaupt von einem Erlebnispfad zu sprechen. Man sieht und erlebt vom eigentlichen Hochmoor einfach zu wenig", begründete Heinz Rinsche am Donnerstagabend während einer Versammlung der Naturschutz verbände NABU und BUND die Maßnahme und erntete breite Zustimmung. Arbeitseinsätze im Venn sind schon erfolgt.

Patenschaft

"Wir haben für eine Fläche von fünf Hektar, die vom Pfad aus bewundert werden kann, die Patenschaft übernommen", führte Rinsche nicht ohne Stolz aus. Die wurde von Birken befreit, und es entwickelte sich eine intakte Moorlandschaft mit den typischen Pflanzen. "Du musst immer wieder daran arbeiten, sonst nehmen die Birken überhand. Nur wenn die Fläche feucht genug ist, regelt sich das von selbst. Ideal wären Schafe, die zur gezielten Beweidung eingesetzt werden könnten", äußerte der aktive Naturschützer einen Wunsch, der aus den Reihen der Versammlung vielleicht erfüllt werden kann: "Ich kenne einen Schäfer, der mit seinen Tieren unterwegs ist. Den kann ich wohl dazu bewegen, für das Venn vier bis fünf Tiere abzustellen", hieß es. Dieser Versuch, die "natürlichen Heide-Mäher einzu- setzen", soll angegangen werden. Damit aber nicht genug. Wegstrecken müssen von hineinragen- den Weiden befreit werden.
Der Einsatz eines Baggers ist erforderlich, denn: "Der neue Weg wäre gleich- zeitig ein wichtiger Damm, der das Wasser anstaut, das bisher immer noch in östlicher Richtung abfließt", meinte Rinsche. Gleichzeitig wäre so, zusätzlich mit dem Einsatz von Bohlen, gewährleistet, dass die gesamte Strecke begehbar bleibt.
Während es bisher so war, dass man nach dem kurzen Lehrpfad den Turm bestieg, etwas auf dem nördlichen Weg Richtung St. Arnold ging, um dann mehr oder weniger den gleichen Weg als Rückweg zu benutzen, kann man künftig auf einem echten Moorsteg mit Eichen-bohlen wandern und das Moor in ganz anderer Weise erleben.


Angst vor Diebstahl?

Zudem soll eine große Zahl der Fleisch fressen-den Pflanze Sonnentau aus privater Zucht ange-siedelt werden. Die zu sehen und zu beobachten ist nicht nur für Kinder ein tolles Erlebnis. Angst vor dem Diebstahl dieser Moorpflanzen hat Rinsche nicht: "Die gib's im Venn zu Tausenden. Notfalls säen wir welche aus." o ras



Sie sollen künftig als natürliche Rasenmäher die Moorlandschaft von Birken und anderen schädlichen Pflanzen freihalten: Heidschnucke oder Jacobsschaf wären eine Alternative, weil die Tiere nicht im feuchten Boden versinken dürfen. Noch suchen die Naturschützer einen Schäfer der seine Tiere zur Verfügung stellt. Foto: dpa

 


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