Startseite

einige Worte vorweg

- Wir über uns

Termine

Berichte

Meinung & Kritik

Die Distel

Aktuelles aus dem Kreis

Kinder- und Jugend

Jugendgruppe
Grünes Klassenzimmer
Naturschutz

Umweltpolitik

Kontakt

Impressum

 
Die Mühlenbachmündung bei "Bisping"damals

Die Renaturierung des Mühlenbach

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Mühlenbach kurvenreich einbetten.

aus: Emsdettener Volkszeitung vom 24. Dez. 2005

von Ralf Schacke

Sobald Geld vom Land fließt, fließt auch der Mühlenbach in seinem neuen Bett

EMSDETTEN . Er ist der Gründer der Schutzgemeinschaft Ems und hatte stets auch den Mühlenbach im Augenwinkel. Heinz Rinsche sieht ein wenig Licht am Ende des Bachlaufs, der im 20. Jubiläumsjahr in sein altes, ursprüngliches Bett zurückkehren könnte.

"Zurückkehren wird", ist sich der Naturschützer sicher, als er zusammen mit der EV in dieser Woche den alten und künftigen Verlauf des Mühlenbachs zwischen Emsbrücke bei Bisping Waldesruh und neuer Mühlenbachbrücke am Knorrenkamp abschreitet.

Unspektakulär

Von dort aus führt der Mühlenbach noch geradewegs in die Ems - unspektakulär, trotz Aussichtsplattform mit Bank für die Regionale. Den Abschluss bildet ein großes Wehr, wo das Wasser bis zu zwei Meter tief in die Ems hinabstürzt. Vor der neuen Brücke ist ein zweites ähnliches Wehr. "Unüberwindbare, künstliche Grenzen für viele Fische und andere Tiere im Wasser, die diese Stelle so nie überbrücken können", erklärt Heinz Rinsche und ergänzt:

"Überhaupt ist diese Einmündung eine der am wenigsten naturnahen, die es entlang der ganzen Ems gibt." Das allein sei schon ein Grund, warum die Situation zu verändern wäre. Das würden alle verantwortlichen Stellen genau so sehen. "Zumal die liegenschaftlichen Verhältnisse dank der breiten und guten Unterstützung der Stadt Emsdetten bereits geklärt sind. Hier könnte sofort mit der Umlegung des Bachverlaufs begonnen werden."

Geld fehlt noch

Kann aber noch nicht ganz, weil bislang das Land keine Mittel freigeben kann, bis nicht das laufende Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist. Rinsche ist sich aber sicher, dass der Zuschuss im kommenden Jahr fließt, auch weil die Kosten dafür gar nicht so hoch sind. Schließlich muss das neue Bett nur ausgekoffert werden - etwa drei Meter tief - und dann wäre es an einigen Stellen vielleicht mit Steinbrocken zu befestigen, "damit es nicht ausfließt, wie der Naturschützer ausführt. "Deshalb müssen die Höhendifferenzen auch beachtet werden. Allein deshalb ist eine Kurvenführung ganz wichtig", freut sich Rinsche über diesen Schritt zurück zur Natur. Denn am Ende wird ein Bach zu sehen sein, der nicht in ein künstliches Bett gezwängt ist, dem stattdessen sein altes Bett zurückgegeben wird.

Anpflanzungen sind nach Meinung Rinsches danach gar nicht extra erforderlich. Die Natur finde sich da schon selbst zurecht. Automatisch würde sich die Vegetation wieder entlang des Bachs ansiedeln, die hier üblich sei. "Das kannst du schon jetzt bestens in Höhe des Geländes der ehemaligen Fabrik ege-plast erkennen. Hier sind die Erlen bereits so hoch", reckt Rinsche den Arm in Höhe seines Brustkorbs nach vorn.

Ganz automatisch

Dann weist er auf zwei imposanten Erlen, die vor der Holzbrücke das alte Wehr einrahmen: "Die hat doch auch keiner dahin gepflanzt."

Mit einer Karte geht er die künftige Bachstrecke ab: "Das Gelände ist Überschwemmungsgebiet und könnte ansonsten kaum noch Verwendung finden." Der neue alte Mühlenbachverlauf passt bestens zwischen die Strommasten.

Nur eine Druckleitung nach Sinningen ist später dem neuen alten "Bett" im Weg und muss deshalb geringfügig tiefer gelegt werden.

Das ist aber auch die einzige Hürde. Rinsche zeigt auf die Stelle, an dem der Mühlenbach dann wieder in die Ems mündet. Sie liegt etwa 50 Meter parallel zur Brücke an der Sinninger Straße: "Genau hier ist die alte Einmündung, was an der Mulde noch zu erkennen ist!"

Wenige Meter dahinter ist tatsächlich eine tiefere Senke nicht zu übersehen, in der sich Wasser angesammelt hat. "Ob genau hier das Bachbett hinkommt, bleibt abzuwarten. Die Pläne stehen exakt fest. Vielleicht liegt der Verlauf etwas weiter von der Straße weg", schreitet Rinsche ein Feld ab, das ohne einen Bach und die Vegetation dazu unspektakulär aussieht.

Geführt langlaufen sollen Spaziergänger am neuen Bach nicht. "Aber meistens bildet sich doch ein Pfad, der langfristig von vielen genutzt wird", weiß Rinsche aus Erfahrung. Er sieht darin auch kein Problem für Natur und Tiere in dem Gebiet, das seiner Meinung nach auch keine seltenen Arten beheimatet.

Neuer Altarm?

Der bestehende Weg entlang der Ems und am jetzigen Mühlenbachverlauf bleibt zudem erhalten. "Es steht auch gar nicht fest, ob der Mühlenbach dort zugeschüttet wird, wenn der neue Verlauf angeschlossen ist. Es könnte ein Altarm, ein interessanter Teich entstehen, der das Gebiet attraktiver machen würde", so die Einschätzung des Naturfreunds, der darauf hofft, dass sich im kommenden Jahr an derselben Stelle bereits ein neues Bild präsentiert: "Nach der Ausschreibung mitte des Jahres könnte es schnell gehen. Soviel Aufwand ist das nicht", sagt Heinz Rinsche abschließend hoffnungsvoll. * Ralf Schacke

 

Das Luftbild zu Beginn des Artikels zeigt nicht nur das alte Hotel/Restaurant Bisping Waldesruh, sondern auch die alte Emsbrücke, neben der ursprünglichen Einmündung des Mühlenbachs kurz davor. Genau hierhin soll das Flussbett wieder verlegt werden.

 

 

zurück:

 

 

 
Kontakt Impressum Rechtliche Hinweise