Der Kommentar
Februar 2006
Frühling in Sicht! Die Kohlmeisen lassen ihr erstes "ziezie-däh" erklingen, Ringeltauben gurren und Schneeglöckchen sprießen vorsichtig aus dem Laub hervor. Christrosen und Jasmin blühen schon.
Winter also ade? Hoffentlich, denn die sich in diesem Jahr häufenden Glatteis Situationen brachten auch erhebliche Probleme mit sich. Unsere Straßen und Plätze wurden gesalzen und gepökelt, was das Zeug hält (so die EV). Dabei geht es auch anders. In Münster z.B. wird die Innenstadt mit Granulat bestreut. Ja, das Zeug hat erhebliche Nachteile, aber - wenn wir unsere Bäume fragen könnten, so wäre die Antwort klar. Die Schäden durch Split lassen sich irgendwie beheben, Salz aber wirkt nachhaltig...
Positive Entwicklungen gibt es beim Mühlenbach. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Einmündungsbereich noch in diesem Jahr naturnah umgebaut wird, war noch nie so groß. Zurück in sein altes Bett. Prima! Vor allem zu loben - die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Staatlichen Umweltamt in Münster. Aber auch darüber hinaus gibt es ehrgeizige Pläne, den Mühlenbach in seinem weiteren Verlauf in 3 Abschnitten zu "renaturieren". In Redezeichen bitte, denn von einer wirklichen Renaturierung kann nur in Ansätzen die Rede sein. Das nämlich kann nur klappen, wenn die Bauern die Flächen links und rechts des Baches zur Verfügung stellen würden. Aber - ein Anfang ist gemacht. Öffentliche Gelder stehen zur Verfügung. Man kann es aber auch so deuten: Die Stadt macht ihre Hausaufgaben, denn die WRR = Wasserrahmenrichtlinie der EU macht allmählich Druck. Wir können nicht, wir müssen unsere Gewässer wieder revitalisieren, sonst drohen Strafen.
Bei der Ems tut sich dagegen herzlich wenig. Die Anbindung des Altarms in Hembergen ist - leider - in weite Ferne gerückt. Die Grundstücks-Situation ist wohl zu komplex.
Im Emsdettener Venn läuft es besser. In diesem Winter gab es jede Menge Arbeitseinsätze, Ortstermine, Aktionen. Es geht also voran. Das wurde aber auch Zeit, denn, hätte man alles so weiter laufen lassen, wäre das Moor immer mehr zu einer Art Komposthaufen geworden. Sonnentau und Wollgras hätten sich schon bald verabschiedet.
Gut auch, dass die bisherige Erfolgsgeschichte des Lehrpfades samt seiner Broschüre auch für die nächsten Jahre gesichert ist. Der Lehrpfad im engeren Sinne wird um das 3fache verlängert. So kann man nun bald diesen so einmaligen Lebensraum Hochmoor viel hautnaher und lebendiger erleben. Die Broschüre wird entsprechend umgearbeitet und neu aufgelegt. Kontakte mit den zuständigen Behörden, dem Heimatbund, der Stadt u.a. sind geknüpft. Nur so kann das gelingen.
Im Venn gibt es also viel zu tun. Mitarbeiter werden gesucht, rüstige Rentner...
In diesem Sinne,
Ihr Heinz Rinsche
Emsdetten im Februar 2006
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