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die Ems früher (grünes Band) und heute (rotes Band

Blickpunkt 20 Jahre Schutzgemeinschaft Ems

 

 

 

 

 

"Wir müssen endlich umdenken"

Bericht der EV vom 11.März 2006

 

EMSDETTEN . Genau 20 Jahre ist es her, da bewegte die Ems die Gemüter der Bürger. Forderungen nach dem Stopp der kanalartigen Gestaltung des Flusses, nach naturfreundlichen Lösungen und dem Einbinden einzelner Flussabschnitte in die Landschaft einten damals die verschiedenen Gruppen und Vereine.

Am 11. März 1986 gründete sich deshalb die Schutzgemeinschaft Ems. Heimatvereine, Angler, Imker, der Landesfischereiverband und der Hegering, der Bund für Vogelschutz, Wassersportvereine, der Verein der Vogelliebhaber und sogar der Kunstverein unterzeichneten die Resolution dieser Bürgerinitiative. "Unsere Ems" prangte in großen Lettern auf dem Papier, das immerhin 30 Vereinsvorsitzende stellvertretend für über

10 000 Menschen unterzeichneten. Die Gesichter der Schutzgemeinschaft waren Paul Ohde als Vertreter der Heimatverbände, Naturschützer Heinz Rinsche und Landschaftspfleger Piet Werland.

Gemähte Böschungen

"Die Ems war damals Thema", erinnert sich Heinz Hinsehe zurück. Jahrzehntelang wurde der Flusslauf begradigt, die natürliche Ufervegetation entfernt und durch

Rasenböschungen ersetzt. "Die Böschungen wurden sogar regelmäßig gemäht", erinnert sich der damalige Sprecher der Schutzgemeinschaft zurück und kann immer noch den Kopf darüber schütteln.

 

Wie ein Kanal sieht die Ems heute aus. Die Uferböschungen wurden mit Rasen versehen und werden häufig gemäht. Ein natürliches, gewachsenes Landschaftsbild kann in den Augen der Schutzgemeinschaft Ems so nicht entstehen.

 

Scheußliche Ems

Obwohl die Schutzgemeinschaft ein Projekt über die Stadtgrenzen Emsdettens hinaus war, hatte sie ihren Ur-Sprung in der Wannenmacherstadt. "Nirgendwo war die Ems so scheußlich wie in Emsdetten", kennt Heinz Rinsche den Grund dafür. Anders als in anderen Gemeinden und Städten waren und sind die Auen hier immer noch in Privatbesitz und werden für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Äcker und Weideland durfte nicht überschwemmen, weshalb der Fluss in ein tiefes und enges Bett gezwängt wurde.

Wie eine Rinne

Wie in einer Rinne schlängelte sich der Fluss noch heute stellenweise durch die Landschaft. "Damals gab es wohl auch ein anderes Schönheits- und Ordnungsideal",

Heinz Rinsche. Von wildem Bewuchs und romantischen Ansichten konnte die Schutzgemeinschaft nur träumen.

Um den Traum Wirklichkeit werden zu lassen, reiste am 15. Juli 1986 eine fünfköpfige Delegation der Schutzgemeingemeinschaft nach Münster zur Bezirksregierung. Der damalige Regierungspräsident Erwin Schleberger nahm die Resolution und die Unterschriftenlisten entgegen und versprach, ein Renaturierungsmodell auszuarbeiten. "Ich werde Ihre Anliegen unterstützen", sagte er den Vertretern der Schutzgemeinschaft.

Zufrieden? "Jein!"

Heinz Rinsches Resümee darüber, wie viel bis heute erreicht wurde, fällt verhalten aus. Zufriedenheit? "Jein", antwortet der Naturschützer. Während an einigen Stellen der Ems schon viel passiert ist, gibt es in seinen Augen in Emsdetten noch viel Handlungsbedarf. "In Telgte gibt es schon wieder richtig schöne Flussabschnitte", weiß er. Auch in Saerbeck gab es viele Aktionen: Tonnenweise wurden dort die Steine aus der Ems geholt. "In Emsdetten sind uns aber oft die Hände gebunden, weil das Ufergebiet in Privatbesitz ist", sagt Heinz Rinsche. Das ist auch der Grund, weshalb die Anbindung des Altarmes in Hembergen wieder in weite Feme gerückt ist. "Mal sehen, was noch so passiert", sagt Heinz Rinsche. . as

 

 

 

Früher schlängelte sich der Fluss durch die Landschaft (grünes Band), heute (rotes Band) ist die Ems weitgehend begradigt. Die Anbindung des Altarmes in Hembergen ist noch in weiter Feme.

 

 

 

 

 

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