Das Venn im Winter 2011 – 2012
Einiges hat sich noch im Herbst getan.
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Was muss erst noch passieren?
Seit Jahren fordern die Umweltverbände in Emsdetten BUND und NABU, dass in Emsdetten, stadtauswärts auf der Neuenkirchener Str. in Höhe des Venns / am Wanderpilz eine Tempobeschränkung eingeführt wird.
Wussten Sie, dass es vor dem Krieg noch Kreuzottern im Emsdettener Venn gab?
Wir meinen, sie gehören wieder hier hin. Hierzu einige Anmerkungen von uns.
Die Kreuzottern (Vipera berus) sind kleinere Schlagen aus der Familie der Vipern (Viperidae), die bei uns eine Durchschnittslänge zwischen 50 bis 70 Zentimetern erreichen.
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“Die Kreuzotter gehört ins Venn”
EMSDETTEN Gehören Kreuzottern ins Emsdettener Venn? Die Emsdettener Naturschutzverbände sagen ja. Die Untere Landschaftsbehörde verfolgt ähnliche Pläne, muss aber Nachweise darüber verlangen, ob der Lebensraum passend ist – und ob hier früher die Kreuzotter heimisch war.
Im Auftrag der Naturschutzverbände Emsdettens unternahm Heinz Rinsche gerade einen Vorstoß mit dem Ziel, diese kleine bis mittelgroße Giftschlange – sie ist die einzige Schlangenart, die auch nördlich des nördlichen Polarkreises angetroffen werden kann – wieder im Emsdettener Naturschutzgebiet anzusiedeln.
Konkrete Planungen
Endlich Frühling in Sicht! Schon Mitte Februar kommt der Große Brachvogel zurück.Sein so melodisches Flöten läutet den Frühling ein.
Mit lautem Rufen melden sich auch die Kanadagänse zurück.Immer mehr dieser großen Gänse suchen hier nach einem sicheren Brutplatz. Und diese finden sie auf den kleinen Inseln in den randlichen Gewässern zuhauf. Fuchs und Marder können ihnen so weniger gefährlich werden.
Sie sind wichtig für den Erhalt des einzigartigen Naturparadieses Emsdettener Venn: Die Torfmoose. Ihr Bestand war lange bedroht, doch nun kommen sie zurück. Erfolg einer mühsamen Arbeit.
Das Emsdettener Venn Hier in unserem Archiv finden Sie
ältere Beiträge zu unserem größten
Naturschutzgebiet.
Wissenswertes, Interessantes, immer noch Aktuelles….
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http://www.umweltverbaende-emsdetten.de/venn.htm
Schauriger Vorfahre
Moorleiche’ von Ahlintel wieder Thema in archäologischer Publikation
„Er hatte langes” rotes Haar. einen langen Bart, seine Haut war gegerbt und seine Knochen waren biegsam” – so beschrieb 1794 der Münsteraner Physiker Meyer die fast vergessene Moorleiche von Ahlintel.
Auf der einen Seite ist der Tod beängstigend, auf der anderen Seite fasziniert er die Menschen. Das merkt man schon bei den zahlreichen Exkursionen der Naturschutzverbände in die Moore des Kreis Steinfurt. Sobald es um die von Mooren konservierten Pflanzen- und Tierreste geht kommt sofort auch dass Thema Moorleichen zur Sprache.
Moorleichen, diese bräunlich verfärbten, einem lebenden Menschen an Ausdruck in nichts nachstehenden toten Menschen.
Emsdettens Vergangenheit
Wie sich herausgestellt hat, hat auch das Emsdettener Venn seine eigene Geschichte. 1794 reichte es noch bis in weite Bereiche der ‘Bauerschaft Ahlintel. In einem Brief aus dem selben Jahr berichtete der Münsteraner Physiker Meyer: „Einige Arbeiter hatten im Eichsfeld nahe Ahlintel in Westfalen einen gut konvervierten Mann gefunden. Er lag mit angezogenen Beinen auf seiner linken Seite.
Weil der Mann bereits lange tot war und keine Feuerwaffen, sondern ganz andere Waffen trug, wurde die Leiche von den Behörden freigegeben. Lange tot bedeutet in diesem Fall, dass der Mann in der Jungsteinzeit (ca. 5000 – 2000 v. Chr.) gelebt hat. Die Todesursache’ ist zwar nicht beschrieben, aber man muss davon ausgehen, dass er entweder einen gewaltsamen Tod erlitten hat oder im Moor begraben wurde. Denn ein Mensch versinkt laut physikalischen Erkenntnissen nicht einfach komplett im Moor, wie es oft in Filmen gezeigt wird.
Wiederentdeckt
Der Brief von 179 wurde bereits 1996 von Wijnand van der Sandens („Mumien “aus dem Moor“) erwähnt, aber das erst 2009 erschienene „Moorleichen – Zeugen vergangener Jahrtausende“ des Archäologen Thomas Brock hat den Fund wieder ins Gedächtnis rücken lassen. Verwunderlich ist das allerdings nicht, denn die Leiche existiert nicht mehr.
1794 bestand noch kein wissenschaftliches Interesse« an der Untersuchung einer Mumie. Dafür galten sie, zu Pulver zermahlen, schon seit dem frühen Mittelalter als lebensverlängerndes Medikament. Und genau das wurde auch aus der Moorleiche des Emsdettener Venn. Wie der Wiederentdecker Van der Sanden so treffend seinen Bericht schließt: „Nach etwa 4000 Jahren ist er sclıließlich doch noch zu Staub geworden.“
Zu klären bleibt die genaue Lage des Fundorts „Eichsfeld nahe Ahlintel“.
Rainer Seidl
15. September 2010