Hier finden Sie Aktuelles und Wissenswertes aus Natur- und Umweltschutz im Kreis Steinfurt,
Berichte der Kreisgruppen von BUND und NABU
"Pressemitteilung" in Sachen: Kreisstraße K57n
zur Berichterstattung der MZ und WN/MV vom 08.09.2010
über die Informationsveranstaltung Kreisstraße K 57n Neuenkirchen
Wer Straßen sät – wird Verkehr ernten.
Dass sich viele Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Neuenkirchen und auch die Planer nicht nur ‚über ein paar Krähen und ein paar Kräuter aufregen‘ – wie Hermann Willers, IG Westfalenring, behauptet, zeigt das vorläufige Ergebnis der Umweltverträglichkeitsstudie. Neben zahlreichen Wildblumen und Ackerwildkräutern, die im Plangebiet kartiert wurden, sind allein 45 Vogelarten – davon 17 planungsrelevante Arten festgestellt worden, die auf der sogenannten „Roten-Liste“, der Liste bedrohter Arten stehen. Und darüber sollte man sich nicht nur im Jahr der Biodiversität (Artenvielfalt und Vielfalt von Ökosystemen) seine Gedanken machen.
„Diese K 57n ist die einzig richtige Umgehungsstraße für Neuenkirchen und Wettringen!“ – so wäre meine Aussage in Mitte des vergangenen Jahrhunderts gewesen – denn zu diesem Zeitpunkt gab es:
Keine Bebauung auf dem Dörper Berg
Noch keinen „Westfalenring“
Keine B70n Neuenkirchen, die auf ewige Zeiten ein Zusammenwachsen der die Ortsteile Neuenkirchen und St. Arnold verhindert.
Keine B70n Wettringen, deren Baubeginn noch in diesem Monat ansteht und zwar mit einer Trassenführung, die am umweltunverträglichsten ist.
Dass über die Trassenführung der neuen B 70n in der heutigen Zeit in den verantwortlichen Ministerien nicht einmal 10 Minuten nachgedacht würde, ist zwischenzeitlich hinreichen bekannt.
Die drei anerkannten Naturschutzverbände im Kreis Steinfurt, d. h. die Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL), der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU), sind heute jedoch gegen den Bau der geplanten neuen Kreisstraße K 57n. Das habe ich in der Einwohner-Versammlung auch sehr deutlich gemacht.
Aus Sicht der Naturschutzverbände sprechen mehrere Punkte dagegen – hier die wichtigsten Gründe:
Wertvolle Wildblumen- und Ackerwildkräuterbestände werden vernichtet.
Brutplätze seltener Vogelarten (z. B. Rohrweihe, Kiebitz, Feldlerche) werden vernichtet.
Gleichzeitig wird ein Rast- und Durchzugsgebiet (Goldregenpfeifer, Wildgänse, Stare) zerstört.
Wertvolle Ackerböden werden dauerhaft versiegelt und/oder stehen der Landwirtschaft nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln zur Verfügung.
Das geschlossene Landschaftsbild wird durch die Trasse der K 57n total zerstört.
Selbstverständlich setzt sich der NABU nicht nur für die Natur, sondern auch für die Menschen ein.
Dabei hat der NABU in erster Linie allerdings dafür zu sorgen, dass unsere Naturräume und damit die Artenvielfalt erhalten bleiben und unsere Umwelt so wenig wie möglich belastet wird. Nur so bleibt sie nachhaltig für den Menschen lebenswert.
Dagegen spricht:
Die neue K57n zerstört das Landschaftbild am Dörper Berg.
Ein Naherholungsgebiet von überörtlicher Bedeutung wird völlig vernichtet.
Außerdem belastet die neue K57n durch ihren Verkehr und die damit verbundenen Schadstoff- und Lärmemissionen die Anlieger vom Dörper Berg zusätzlich – zumal die Trasse unmittelbar am Siedlungsgebiet vorbeiführen soll.
Einmal abgesehen davon, dass einigermaßen verlässliche Zahlen zur Verkehrsentwicklung definitiv erst nach Fertigstellung der B 70n Wettringen vorliegen, steht auch der Kostenaufwand (Erstellungs- und Unterhaltungskosten) für eine K 57n nicht im Verhältnis zu deren Nutzen.
Natürlich kann man die Anwohner vom Westfalenring nicht weiterhin jahrelang im Regen stehen lassen. Hier ist die Kreativität aller Beteiligten gefordert. Es muss möglich gemacht werden, Gefahrentransporte und Schwerlastverkehre dauerhaft auf einer innerörtlichen Kreisstraße – wie dem Westfalenring – auszuschließen und solche Straße für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu machen, wenn hierfür eine Bundesstraße als Umfahrungsstraße zur Verfügung steht.
Der NABU wird seine guten Kontakte in die zuständigen Ministerien nutzen, damit hier schnellstmöglich eine Lösung gefunden wird. Es kann nicht angehen, dass erst eine neue Kreisstraße gebaut werden muss, damit der Verkehr auf dem Westfalenring zumutbar wird, denn eines steht fest: Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten! Edmund Bischoff – NABU-Kreisverbandsvorsitzender – für die drei anerkannten Naturschutzverbände im Kreis Steinfurt - ANTL / BUND / NABU -
Neuenkirchen im August 2010
"Offener Brief" in Sachen: Rheine-R
Noch ist es nicht zu spät,
der weitere Zerstörung der freien Landschaft zwischen Waldhügel und Ems muss Einhalt geboten werden,
eine andere Landschaftsplanung muss her,
aber die Stadt Rheine schafft Fakten!
"Wir wenden uns gegen die brachiale Naturzerstörung und fordern eine Neuplanung im Sinne des Naturschutzes."
- Die Natur-Oase „Rheine-R“ darf nicht völlig zerstört werden!
- Keine großflächige Bebauung mit Gewerbe!
- Keine Querspange als Teil einer neuen Südtangenten-Variante!
Lesen Sie unseren offenen Brief an den Rat und die Verwaltung der Stadt Rheine
und unterstützen Sie unsere Forderungen!
Bild (MZ-Foto Huge): Auf dem Gelände von Rheine-R.
Edmund Bischoff, Wilfried Grenzheuser und Kurt Kuhnen
Den vielen Besuchern im Vortragssaal der Villa Schilgen wurde am Dienstagabend zwar kein Speck gereicht, aber was die BUND-Kreisgruppe Steinfurt bei der Jahresmitgliederversammlung bereit hielt, war die reinste Gaumenfreude.
Thema: Natur-Oase "Rheine R" muss erhalten bleiben:
Das Brachgelände des ehemaligen Rangierbahnhofes zwischen Rheine -Innenstadt und Hauenhorst - genannt "Rheine R" hat sich seit dem es nicht mehr von der Bahn genutz wird, zu einer unersetzlichen Oase für die Natur entwickelt.-gekauft.
Nun plant die Stadt Rheine dort auf 38 ha (!) Gewerbeflächen anzusiedeln.
Die geplante Bebauung und Erschließung zersiedelt und zerschneidet die freie Landschaft an einer besonders empfindlichen Stelle, und zwar zwischen Waldhügel und Emsaue - beides Naturgebiete von landesweiter Bedeutung!
Zu diesem brisanten Thema hat dder NABU Kreisverband eine Resulution herausgegeben.....
Die Naturschutzverbände, die laut Bundesnaturschutzgesetz § 29 an Planfeststellungsverfahren zu beteiligen sind und ein Klagerecht haben, erfuhren erst in der Sitzung des Umweltausschusses der Gemeinde .....
"Die eingeleiteten Maßnahmen widersprechen jeglichem biologischen Sachverstand und dem Bundesnaturschutzgesetz", deshalb sammeln die Mitglieder des Arbeitskreises der katholischen Kirchengemeinde nun auch Unterschriften, um diesem Appell an den Kreis noch mehr Ausdruck zu verleihen.
"Die Unterschriftenlisten liegen im Bioladen Bügers an der Kirchstraße und am Eine-Welt-Stand auf dem Markt aus"......
Die gesetzlichen Vorgaben für die Müllbeseitigung ändern sich, daher ist der Kreis Steinfurt aufgefordert, ein nachhaltiges Konzept vorzulegen.
Unsere Meinung:
Die Abfallentsorgung gehört zu den Aufgaben der Daseinsvorsorge. Ihre Regelung und Durchführung liegt im öffentlichen Interesse. Klimaschutz, Arbeitsplätze und Sozialkosten stehen derzeit im Brennpunkt des Interesses. Deshalb reicht es nicht aus, die Entscheidung nur aus dem Blickwinkel von Marktinteressen und Gebührenhöhe zu fällen. Die Vergabe an den billigsten Bieter birgt Risiken, die den vordergründigen Gewinn oft schnell in Verluste verwandeln. Deshalb haben Kreise in letzter Zeit die Abfallentsorgung nach reiflicher Überlegung in die eigene Hand genommen (oder sie dort gelassen). Das Schlagwort "Privat statt Staat" suggeriert Entlastungen auf staatlicher Seite, die nicht eintreten oder durch neue Belastungen konterkariert werden.
Aus Klimaschutzgründen ist der Vergärung mit Gasgewinnung und Kraft-Wärme-Koppelung der Vorzug zu geben, zumal davon ausgegangen werden muss, dass Kompostierungs-Altanlagen im Laufe der kommenden Jahre aufwendig nachgerüstet werden müssen. Damit schmilzt auch der preisliche Vorteil dahin.
Hiermit befasst sich auch der Bericht der Münsterschen Zeitung /Emsdettener Volkszeitung vom 07.02.2007: Vehement für eine Eigenkompostierung der Bio-Abfälle im Kreis durch die kreiseigene Entsorgungsgesellschaft EGST sprechen sich die drei Umweltverbände .......
Saerbeck - Wenn mal wieder ein Stück freie Fläche in diesem Land zubetoniert wird, greift die öffentliche Hand zur so genannten ökologischen Ausgleichsmaßnahme.
Ein Stück Natur, das noch nicht unter Stein und Asphalt verschwunden ist, soll den Verlust ausgleichen - irgenwo wird ein Waldstück aufgforstet, ein Teich gebuddelt oder eine Baumreihe gpflanzt, damit das Umweltgewissen Ruhe gibt. So jetzt auch in Sinningen. Hier muss der Landesbetrieb Straßen nach dem Ausbau der Budesstraße Linden anpflanzen. Es stellt sich allerdings jetzt die Frage: Wo?
Die Augen der Straßenbaer haben, mit Hilfe der Gmeinde, einen Wirtschaftsweg ausgeguckt, der kurz vor Ruhmöller nach links von der Bundesstraße abzweigt. Hier stehen bereits auf der östlichen Seite Linden, nun sollen auf der westlichen Seite 45 Linden hinzukommen. Dieser Vorschlag wurde am Mitwoch im Bau- und Planungsausschuss diskutiert.
Von dieser Idee ist die Landwirtschaft aber wenig erbaut. Die Landwirtschaftskammer hat Einwände, weil sie wegen des Schattenwurfs einer Allee Ertragseinbußen befürchtet. Heino Gerling vom Landwirtschaftlichen Ortsverein, der im Ausschuss zu Gast war, sieht Probleme, wenn sich Traktoren oder Erntemaschinen in der Allee entgegenkommen - da bleibt kein Platz mehr zum Ausweichen. Außerdem hält er es für falsch, wenn Wirtschaftswege quasi als Verfügungsmasse für Ausgleichsmaßnahmen angesehen werden. "Das Wegenetz dient der Infrastruktur der Landwirtschaft", sagte Gerling. Genau deshalb haben die Bauern seinerzeit bei der Flurbereinigung auf drei Prozent ihrer Flächen verzichtet, führte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins aus.
Sein Vorschlag, dem sich der Bauausschuss anschloss:
Bei einem Ortstermin in Sinningen nach einer anderen Lösung suchen.
Ursprünglich sollten die Alleebäume an der Bundesstraße gepflanzt werden. Ein entsprechender Vertrag zwischen Landirten und Landesbetrieb Straßen über die nötigen Grundstücke kam nicht zustande.
Bild: GZ-Foto Gunka
Bericht aus EV vom 01.Sept.2006
Seltene Schwarzpappel: 7 Standorte im Kreisgebiet dokumentiert
Baum des Jahres
Kreis Steinfurt.
Heute, am Tag des Baumes, erinnert das Forstamt Steinfurt an den Baum des Jahres, die Schwarzpappel (Populus nigra). Sie gehört zur Familie der Weidengewächse und verdankt ihren Namen der dunklen Baumrinde. Bis zu 35 Meter hoch kann der Baum, und bis zu zwei Meter dick der Stamm werden. Weltweit gibt es rund 60 Pappelarten. Die Schwarzpappel kommt fast in ganz Europa vor, nur nicht im Norden. In Deutschland sind laut Kuratorium nicht mehr als 3000 Altbäume der Schwarz- pappel sicher identifiziert. Die Forstgenbank in Arnsberg hat in NRW einige Bäume sicher identifiziert, an der Lippe, am Rhein und an der Ems. Für den Kreis Steinfurt sind sieben Standorte mit Altbäumen gesichert. Gleichzeitig hat die Forstgenbank Stecklinge erworben und damit das Überleben dieser Baumart dadurch gesichert
Weil die Schwarzpappel viel Licht, Wasser und Nährstoffe benötigt, hat der am schnellsten wachsende Baum der gemäßigten Breiten fast nur in Auenwäldern direkt an Flussufern Lebenschancen. Das weiche Holz ist anfällig für Pilze. Zu schaffen machen dem Baum zudem heimische Pappeln, die Verstärkt gepflanzt werden und die Kreuzung mit solchen Sorten. In der Antike galt die Pappel als Baum der Trauer und der Unterwelt. Teile der Schwarzpappel werden in vielen Bereichen verwendet. Der Pappelflaum, das sind die watteähnlichen Samen, kann als Füllung für Kissen sowie als Isoliermaterial eingesetzt werden. In den Niederlanden gilt die Schwarzpappel als "Klompen-Boom", weil daraus Holzschuhe gefertigt werden. Neuester Schrei seien Heavy-Metal-Gitarren und Snowboards aus Pappelholz. Aus Pappelknospen werden auch Tee, Salben und medizinischer Spiritus mit entzündungs- hemmender Wirkung hergestellt. Keine andere Baumart könne mehr Kohlendioxid aus der Luft binden und damit den Treibhauseffekt bremsen. "Schwarzpappeln brauchen mehr Beachtung, Schutz und Pflege", appellierte das Kuratorium. Die Auszeichnung "Baum des Jahres" wurde erstmals l989" von einem Umwelt-Schutzverein in Schleswig-Holstein verliehen. Gekürt wurde die Stieleiche. Mehrere Organisationen gründeten 1991 das Kuratorium Baum des Jahres. Ziel ist, jährlich zu intensiver Beschäftigung mit einer Baumart anzuregen, etwa durch Pflanzaktionen.
Auszeichnete Jugendarbeit
Preis für Nabu -Kreisverband Steinfurt
1995 wurde der "Dr. Hermann-Klingler-Jugendpreis" zum ersten Mal vom Nabu -Landes verband NRW verliehen.
Preisträger in diesem Jahr ist der Nabu -Kreisverband Steinfurt.
-gir- Elte/Kreis Steinfurt . Nichts an den jungen Wacholderpflänzchen, die hier in den Elter Dünen wachsen, deutet auf ihre Vorgeschichte. Die beginnt vor drei Jahren und führt in die Forstgenbank in Arnsberg, einem Teil der Landesanstalt für Ökologie und Forsten (LÖBF).