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Nachgehakt

So war es in der Presse zu lesen:
Emsdettener Volkszeitung vom 02.08.2010:

20 Vogelfreunde erkunden das Emsdettener Venn


und FAZ Sonntagszeitung vom 01.08.2010:

Millionen für Molche

 

Unsere Meinung:

 

Wer bei der Vogelkundlichen Exkursion am Sonntag im Emsdettener Venn nicht dabei war, konnte u.a. damit beschäftigt gewesen sein, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zu lesen.


Im Wirtschaftsteil dieser FAZ stand dort auf Seite 25  ein Artikel von W. von Petersdorff über die Absurdität des Artenschutzes. Unter der Überschrift „Millionen für Molche“  bedauert dieser Redakteur, dass inzwischen Unsummen von Geld nutzlos ausgegeben würden, nur um einigen, seiner Meinung nach wohl ehr unbedeutenden Arten, Lebensraum zu bieten.


So merkt er z.B. an, dass der Neubau einer Autobahn rd. 50 Mio. Euros mehr kosten würde,  nur  wg. einer Molchkolonie und der Schutz von Großtrappen beim Bau einer ICE-Strecke hätten seinerzeit rd. 200.000 Euro pro Tier betragen u.s.w. .   

Leider hat man auch im Jahr der Biodiversität bei der Zeitung immer noch nicht begriffen, worum es geht, wenn wir uns um die existentielle Wichtigkeit der Artenvielfalt und den Schutz des natürlichen Umfeldes sorgen und dass es dabei insbesondere auch um den Menschen geht.

 

Allein der hartnäckigen Arbeit des Natur- und Umweltschutzes ist es zu verdanken, dass wir  uns   z. B. darüber freuen können , dass es im Emsdettener Venn noch den Großen Brachvogel gibt, dass der Kiebitz in den Feuchtwiesen brütet, sich dort ein Storchenpaar ansiedeln will und Mauersegler über Emsdetten zu sehen sind. Man sollte nicht übersehen, dass anderswo diese Tiere sämtlich aus ihrem ehemals natürlichen Umfeld verschwunden sind, nämlich vom menschlichen Handeln verdrängt wurden.

 

Insbesondere in den letzen rd. 200 Jahren hat der Mensch die Natur rigoros seinen Bedürfnissen unterworfen und damit das Gesicht und das natürliche Gleichgewicht unseres Lebensraumes völlig verändert. Alleen und Wallhecken sind verschwunden, ehemalige Feuchtgebiete sind zu Agrarwüsten verkommen, Flüsse wurden kanalisiert und Auen wurden zu Industrieflächen. Aber kein Halt, der Landschaftsverbrauch geht weiter, denn aktuell werden immer noch neue Siedlungen, Straßen, Flugplätze, Industrieflächen u.s.w. geplant und gebaut.

 

Andererseits hat man inzwischen wohl auch erkennen müssen, dass die Regenerationsfähigkeit des Ökosystems Grenzen hat. Philosophisch hat man eingesehen, dass der Mensch nicht die Krone der Schöpfung ist, sondern nur ein Teil in der Natur. Ergo ist das Überleben des Menschen ursächlich nur in einem Umfeld insgesamt möglich, wenn die nachhaltige Regenerationsfähigkeit des gesamten Systems erhalten wird. Wir leben derzeit über unsere ökologischen Verhältnisse, müssen unsere Planen und Tun auf ein nachhaltiges Maß zurückdrehen. 

 

Festzuhalten ist, dass wir aufgrund des ungehinderten Wirtschaftswachstums insbesondere der letzten 200 Jahre einen eklatanten Reparaturstau in Sachen Naturschutz haben, was sich besonders deutlich durch die immer noch länger werdenden Roten Listen dokumentiert lässt.

 

Erst seit wenigen Jahren wird behördlicherseits darauf geachtet, für Bauvorhaben Augleichsmaßnahmen vorzuschreiben, dies zum Glück allein und insbesondere  durch EU-Vorschriften und EU-Vorgaben.


 

Wir müssen dem Redakteur der FAZ widersprechen, denn es ist noch nicht so weit, dass der Mensch jeden natürlichen Freiraum besetzt sollte und dass den Lobbyisten des grenzenlosen Wachstums das Feld der Meinungsmache allein überlassen bleibt.
Wir müssen weiterhin verstärkt darauf hinweisen und dafür kämpfen, wie wichtig es für uns Alle ist, die Regenerationsfähigkeit der Natur zu erhalten!

Dafür kann und darf kein Aufwand zu hoch sein

 

Emsdetten, den 03. August 2010

Friedel Hesseling

 
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