Pressemitteilung: BUND Landesverband Niedersachsen e. V.
Thema: Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im AKW Lingen
Region: Niedersachsen
Hintergrund: Atompolitik, Diskussion über längere AKW-Laufzeiten
Merkel darf vor Atomlobbyisten nicht in die Knie gehen.
Ignoranz gegenüber der ungelösten Atommüllfrage ist
verantwortungslose Energiepolitik
Berlin/Lingen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat
Bundeskanzlerin Angela Merkel davor gewarnt, bei ihrem heutigen Treffen mit den Chefs
der Energieunternehmen RWE und Eon im niedersächsischen Atomkraftwerk Lingen den
durchsichtigen Argumenten der Atomlobbyisten zu folgen.
Sollte die Bundesregierung den
von RWE und Eon geforderten längeren Laufzeiten für ihre Atommeiler zustimmen, sehe
eine Mehrheit der Deutschen dies als .klaren Kniefall vor den Profitinteressen der Energiekonzerne., sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.
In der Folge werde der
jetzt schon breite Protest in der atomkritischen Bevölkerung noch zunehmen.
Die verantwortungslose Energiepolitik der Atomkraftwerksbetreiber, die in ihren
großformatigen Zeitungsanzeigen vom vergangenen Wochenende erneut die enormen
Probleme bei der Entsorgung des Atommülls und die Risiken des Weiterbetriebs von
Atomkraftwerken vollständig ausgeblendet hätten, müsse gestoppt werden. Wer die
Risiken der Atomenergie verschweige oder verharmlose, ignoriere das Recht kommender
Generationen auf eine unversehrte Umwelt. Das rein profitorientierte Interesse der
Stromkonzerne an verlängerten AKW-Laufzeiten dürfe nicht Grundlage der deutschen
Energiepolitik sein. Ein einziges Jahr verlängerter Laufzeit für die deutschen Atommeiler
vergrößere den zu entsorgenden Atommüllberg um weitere 400 Tonnen.
.Es wäre ein in der deutschen Geschichte beispielloser Vorgang, wenn es den
Energiebossen gelänge, den von ihnen selbst unterschriebenen Atomausstiegsvertrag zu
kippen. Das Primat der Politik wäre erledigt, der Schwanz Atomindustrie würde mit dem
Hund Bundesregierung wedeln., sagte Weiger.
Die Branche der erneuerbaren Energien könne ihr Ziel, 2020 die Hälfte des Stroms in
Deutschland zu liefern, nur dann erreichen, wenn die Atomenergie und die
Kohleverstromung zu Auslaufmodellen würden. Diese Tatsache sowie die Skandale um die
Atommülllager Asse und Gorleben müssten Kanzlerin Merkel dazu bewegen,
Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke abzulehnen und stattdessen kürzere
Laufzeiten durchzusetzen. Der BUND will in Kürze zusammen mit anderen Organisationen
weitere Anti-Atom-Demonstrationen durchführen. Bereits am 18. September ist in Berlin
die Umzingelung des Regierungsviertels geplant.
Pressekontakt Bundesverband
Rüdiger Rosenthal
Pressesprecher BUND Bundesverband
Tel. 030-27586-425/-489
E-Mail: presse@bund.net
Internet: www.bund.net
Pressekontakt Landesverband Niedersachsen
Carla Juhre
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BUND Niedersachsen
Tel: 0511-965 69-39 oder -0
E-Mail: carla.juhre@nds.bund.net
Internet: www.bund-niedersachsen.de
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) ist bundesweit mit rund 470.000 Mitgliedern, Spendern und
Förderern einer der großen Umweltverbände Deutschlands. In Niedersachsen zählt der Verein rund 33.000 Mitglieder und Förderer. Der
Verein ist vom Staat als Umwelt-/Naturschutzverband anerkannt. Der BUND versteht sich als die treibende gesellschaftliche Kraft für
eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland. Die Vision: ein zukunftsfähiges Land in einer zukunftsfähigen und friedfertigen Welt.
|