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Ein Bericht von J. Hellmann
Emsdettener Volkszeitung

Romantik statt Grusel

 

Eine Wanderung über das Moor in der Mittsommernacht

 

EMSDETTEN • Oh schaurig iIst s übers Moor zu gehen“, schrieb einst die große Dichterin des Münsterlandes Annette von Droste Hülshoff. Ganz und gar nicht schaurig ist die Wanderung übers Moor. die der Naturschutzbund NBU zur Mittsommernacht im Emsdettener Venn anbot. Sie ist überaus interessant.

Doch nicht nur wegen des immer schwächer werden Lichts müssen die Teilnehmer ganz genau hinschauen, denn die Schönheit des Venns liegt im Detail. Die Teilnehmer erhalten viele interessante Informationen über die Geschichte des Emsdettener Hochmoores und das Leben zwischen abgestorbenen Pflanzenresten.

Während Mehlschwalben über den Köpfen kreisen und die Enten gemütlich über das Wasser schwimmen. erklärt Heinz Rinsche den Lebensraum Moor.

Birkenwald gerodet

Er muss es wissen. Seit 40 Jahren setzt er sich aktiv für die Erhaltung des Venns ein Damals war das Moor drei Mal so groß wie heute. 750 Hektar nur Birkenwald. Gemeinsam mit dem Kreis Steinfurt wurde der Wald dann aber komplett gerodet, erklärt er.

Was sich im ersten Moment gar nicht nach Naturschutz anhört ist sehr wohl eine äußerst wichtige Aufgabe gewesen.

Die Birken entziehen dem Moor zu viel Wasser, so dass es immer weiter austrocknet. Damit stirbt auch die Heimat vieler Tierarten.

Diese Aufgabe ist jedoch immer noch aktuell. Jedes Jahr treffen sich viele Naturliebhaber zu so genannten Entkusselungsaktionen. Dabei werden die jungen Birken aus dem Boden entfernt. Eine mühsame Arbeit.

Es fehlt Wasser

Zur Zeit fehlen im Venn ganze 5O Zentimeter Wasserhöhe. Der Regen. die einzige Wasserquelle eines Moores, liefert nicht so viel Wasser nach, wie versickert oder verdunstet. Um die Landschaft weiterhin zu erhalten, baut der Kreis neue Dämme um das Moor im Zuge dessen wird es auch einen ausgebauten Radweg um das Naturschutzgebiet Emsdettener Venn geben, erklärte Heinz Rinsche.

Doch da zwitschert es durch die Luft und ein gefiederter Bekannter fliegt vorbei: Oh,

der Große Brachvogel, der ist der große Star des Gebietes hier“ fährt er fort.

So geht die Wanderung weiter. Vorbei an blühendem Holunder, bauschigem Wollgras und immer mit dem Kuckuck in den Ohren in den herrlichen roten Sonnenuntergang hinein.

Die Teilnehmer der Mittsommernachtswanderung erlebten das Moor nicht von seiner schaurigen, sondern von seiner romantischen Seite.

jnH

 

Emsdetten, den 21. Juni 2010

 

Emsdettener Volkszeitung

J. Hellmann

 
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