Dümmer See 2010
Der NABU auf Vier-Tagestour Rund um den Dümmer:
Ein Reisebericht von
Bernhard Hölscher
Der Dümmer See- ein Juwel in Niedersachsen . Und in einer Stunde zu erreichen.
Weite Moore , karge Landschaften –die letzen Lebensinseln in unserer ausgeräumten Landschaft. Fast vier Tage Natur für die 27 NABU-Wanderer , Eltern und Kinder an diesem Wochenende
Am Fronleichnamstag erreichen wir unser Quartier für die nächsten vier Tage. Eine ehemalige Schule in Hüde, umgebaut zu einer Musikakademie wird von den Kindern im Sturm genommen. Umziehen, Rucksack geschultert und ab ins Oppenweher Moor mit Laubfroschpfad. In den Moorkuhlen quaken die himmelblauen Moorfrösche um die Wette, weiße Wattebäusche des Wollgrases wiegen sich im Wind, Rohrweihen schaukeln im Suchflug über das Moor.
Der 2 . Tag.
Vor dem Haus lärmt der Gelbspötter in einer hohen Birke.
Viele haben ihn schon entdeckt , einige weckte er mit seinem scharfen Zerr,Zerr vor den offenen Fenstern.
Wieder ein tiefblauer Himmel. Wir übernehmen Fahrräder am Strandhaus Widdau und fahren zur Naturschutzstation in Hüde. Christina Peters , Umweltpädagogin erklärt zwei LIFE-Naturprojekte die in Schautafeln vorgestellt werden. Im Rahmen dieser Projekte wurde in der Dümmerniederung eine steuerbare Vernässung der Wiesen und Weiden durchgeführt. Es entstand durch die Zusammenlegung im EU-Vogelschutzgebiet „ Dümmer“ eine Niedermoorfläche von 25oo ha Größe.
Die ganze Kolonne steht still. Spektive werden aufgebaut, Ferngläser gezückt. Ein Fischadler steht auf seinem Horst, stochert im Reisig, fächelt sich Kühlung zu während seine Partnerin brütet. Auch ein Graureiher steht mit ausgebreiteten Flügeln in der Mittagsonne und hält sich so das Ungeziefer vom Balg. Immer wieder huschen Rohrammern durch das Schilf, im niedrigen Gebüsch murmeln Grasmücken ihre eintönigen Melodien. In einer mückenreichen Blänke seiht der Silberreiher nach Nahrung.. Plötzlich sind sie da. Über die Köpfe der Wanderer fliegen zwei Trauerseeschwalben , biegen nach rechts ab und verschwinden am Horizont.
Der neunjährige Tillmann ist begeistert: Kristallklar erwischt er mit seiner Digi-Kamera den Schilfrohrsänger.
Mittag. Lunchpakete mit Obst und Saft werden ausgepackt. Uferschnepfen liefern sich packende Luftkämpfe mit einer Saatkrähe, trillernd fliegt der große Brachvogel über sein Revier während auf dem See Krickenten und Reiherenten vereint Siesta machen.
Feierabend . Wir streben der Moor-Schäferei zu. Kaffee-und Kuchen warten, natürlich auch ein kühles Blondes oder eine Apfelschorle.
Der 3. Tag.
Wieder brennt der Lorenz vom blauen Himmel. Ausflug ins Neustädter Moor
Die Kleidung wird immer leichter, Sonnenschutz immer wichtiger. Am Informationsstand erwartet uns bereits die Führerin , Kerrin Lehn, Landschaftsökologin, angestellt beim BUND, Diepholzer Moorniederung.
Eine kompetente quirlige Person, die genauestens über „ihr“ Moor Bescheid weiß. Auch besonders die Kinder sind fasziniert von ihren detailgenauen Erklärungen der Tier –und Pflanzenwelt des Neustädter Moores. Links ein Rossameisen-Haufen, die fleißigen Tierchen schwärmen in alle Richtungen um ihre Brut mit eiweißreicher Nahrung zu versorgen. Es wird immer heißer. Pausen sind angesagt. Eine blutrote Heidelibelle lässt sich auf dem Arm von Friedel nieder, Thomas und Christiane freuen sich über den Brombeer-Zipfelfalter , während sich ein Moorfrosch Viktors Hose als Ruheplatz aussucht.
Mittag . Die sengende Sonne brennt vom tiefblauen Himmel , Autan ist das Mückenschutzmittel der Stunde, die letzen Wasserflaschen werden geteilt.
Abfahrt .
Friedhelm Niemeyer , Leiter der BUND-Station will uns im Rhedener Geestmoor einen der zwei Standorte des Raubwürgers zeigen.
Plötzlich ein elektrisierender Ruf . Edmund Bischoff , der über Kilometer sein schweres Spektiv getragen hat, wird am Ende doch belohnt für die Plackerei.
Er hat als erster den Raubwürger entdeckt , blitzschnell wird das Spektiv eingestellt –und da ist er , der wunderschön schwarz-weiß gefärbte Raubwürger, kristallklar durch das Spektiv zu sehen.
Am Sonntagmorgen ist Abreise.
Die Unentwegten erkunden noch das Moor „ Hohe Sieben“ während sich der Großteil bereits in Richtung Heimat absetzt.
Es waren stille Tage am Dümmer See, auf den weiten Mooren unter dem tiefblauen Himmel. Auch die Kinder waren zufrieden. Ein dickes Kompliment an Uli Antons von Tillmann (9J.)aus Rheine:“ Es war alles schön, es war sehr gut.“
Fotos Bernhard Hölscher
Besuch des Oppenweher Moores, Neustädter Moor, Rehdener Geestmoor
Untergebracht in der Musik-Akademie „Alte Schule Hüde“ – Zum Fischerort 29 49448 Hüde
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