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NABU-Tour 2010

- die Dümmer Niederung

und der Dümmer See

 

eine keine Reisegeschichte in Bildern

von Friedel Hesseling

 

Der meteorologische Sommer hat begonnen,

- die Zugvögel sind zuhause,

- Zeit für uns, nachzuschauen,

was sich in der Natur tut.

 

So wird der Naturpark Dümmer

Reiseziel der NABU Kreisgruppe Steinfurt

 
     

Der Dümmer See liegt im Naturraum Diepholzer Moorniederung, die mit rd. 118.000 ha ein europaweit bedeutendes Brutgebiet vieler prioritär zu schützender Vogelarten, wie z.B. der Wiesenweihe ist.

Darüber hinaus ist es ein Gebiet zahlreicher Gastvogelarten, hier wäre besonders der Kranich hervorzuheben.

 

 

   

Die alte Dorfschule in Hüde ist inzwischen 100 Jahre alt, lange schon außer Betrieb,

zwischenzeitlich war sie bis 1993 Feuerwehrhaus,

dann wurde sie zur Musikakademie umgebaut.

Sie ist für die Zeit vom 03. bis zum 06. Juni 2010

unser Basiszentrum.

 
 

 

 

WIR, das sind 27 Naturschützer,

sämtlich im NABU engagiert,

aus Rheine - Wettringen - Neuenkirchen - Emsdetten.

Für einige Tage finden wir hier ein ideales Zentrum

der Begegnung und Naturerfahrung.

 

- für uns eine begeisternde Begrüßung durch den Gelbspötter, der in der Birke vor der Herberge wohnt.

 
     
Das Diktat des Naturschutzes:


 

 

- seit dem 16. Jahrhundert betrieb der Mensch die Trockenlegung der feuchten Niederungen, um sie landwirtschaftlich zu nutzen,

aber erst die Eindeichung des Dümmer Sees in der Zeit von 1939 bis 1953, verbunden mit der Trockenlegung der Moore zwecks Intensivierung der Landwirtschaft und industriellem Torfabbau führten zu einem ökologischen Desaster.

Der See erstickte im Schlamm, das Moor wurde mineralisiert und die Niederungen vertrockneten.

 

Erst in den 1980 Jahren beginnt ein Umdenken in Richtung einer ökologisch orientierten Umweltpolitik

und damit ein erster Beginn zur Dümmersanierung.

 

 
   

Die Natur kann sich erholen:

seit dem Jahre 2000 sind die Veränderungen in der Landschaft deutlich zu sehen.

Das West- und das Südufer des Sees stehen weitgehend unter Naturschutz.

Der Naturpark Dümmer und vor allem der Dümmer See bieten Brut- und Rastplatz für zahlreiche Zugvögel.

 
     
Donnerstag, und unsere Erkundungen beginnen:
   

- unsere erste Exkursion führt uns zum

Oppenweher Moor,

 

- hier am Rande des Waldgebietes gibt es eine Station der Laubfroschbeobachtung:

"Ein König sucht sein Reich am Dümmer",

wenn man genau zuhört und dazu etwas Glück hat, hört man ihn rufen, den (Frosch-)König

 

 

 
     

- die Kinder entdecken die Spuren zuerst,

Tatort Vogelmord,

unsere jungen Naturkommissare verfolgen die Spuren akribisch:

wer käme als Täter in frage?

 

 

 
     

- eine kleine Waldeidechse kreuzt den Weg,

als wir auf der Suche nach Orchideen sind,

eine kleine heimische Echsenart

- hier im Moor nennt man sie auch Mooreidechse -,

ein kleiner Insektenvertilgender Räuber,

der besonders unter Schutz steht.

 
     

- dann entdecken die Naturkommissare in der Nähe des Tatortes auch noch echte Frösche,

- Moorfrösche,

hier wo das Moor renaturiert wurde und ihr Lebensraum wieder intakt ist,

fühlen sie sich in ihrem Element;

 

- eine Heckenbraunelle singt ihr Lied und

dort am Himmel zieht eine Weihe ihre Kreise

 
     
der Dümmer am Abend
   

später,

zum Abschluss eines schönen Tages voller Natur-erlebnisse, wandert unsere Gesellschaft noch gemeinsam zum Ufer des Dümmer Sees,

- die Vögel kehren heim von ihrem Tagesgeschäft,

- Herscharen von Staren ziehen ihre Runden,

Störche sind in der Luft und vereinzelte Trauerseeschwalben sind ebenfalls zu entdecken,

 
     
es ist Freitag, der 2. Tag in der Dümmerniederung
   

- an der Akademie hat der Gesang des Gelbspötters die Vogelkundler schon früh begeistert;

 

- heute steht eine Radtour auf dem Programm,

es geht ins Ochsenmoor auf der Südseite des Sees und zur Naturschutzstation Dümmer,

zum Dümmer-Kleeblatt

und dafür wird der See umradelt;

 
     

Bereits in den 1980er Jahren gibt es erste Vorstöße zu einer Dümmersanierung.

Der Interessenkonflikt mit der Landwirtschaft, den Anrainern und dem Naturschutz ist enorm, auch heute noch!

Es zeigt sich, - wie bei uns auch - dass Naturschutz am Dümmer politisch nur dort durchzusetzen ist, wo die Öffentliche Hand die Flächen von den Grundeigentümern aufkauft.

Erst nachdem dies geschehen ist, kann im Jahr 2004 damit begonnen werden, das Konzept der Dümmersanierung in Angriff zu nehmen.

 

Zum Glück gibt es das EU-Förderprogramm:

Life-Projekt:

hierdurch wird im EU-Vogelschutzgebiet „Dümmer“ eine Niedermoorfläche von zusammen 2500 ha Größe arrondiert, eine wesentliche Voraussetzung für die großflächige Wiedervernässung.

 
     

- in der Naturschutzstation Dümmer in Hüde

gibt es eine wunderbare, lehrreiche Ausstellung über die Geschichte und Ökologie der Dümmer Niederung;

 

- Christina Peters

erklärt die Zusammenhänge des Life-Projekts,

sie ist fit in der Beantwortung aller Fragen

und später in der Landschaft und am See kann sie die sichtbaren Erfolge des Projektes verdeutlichen,

 

 
     

- hinter der Station, einem ehemaligen Bauerngehöft, führt ein Lehrpfad durchs Ochsenmoor,

 

- das Fischadlerpaar beobachtet unser Treiben akribisch aber nicht skeptisch,

das Paar ist mit der Brut beschäftigt,

nur bisweilen sieht man sie in Luft,

wenn es heißt: Futter muss her!

 

 
mit dem Rad unterwegs:
   

Die Gebiete westlich und südlich des Dümmer Sees wurden in den Jahren 2002 bis 2007 wiedervernässt.

Im Rahmen dieser Wiedervernässung wurden rund

175 ha ehemaliger landwirtschaftlicher Nutzflächen erworben.

Hiermit wurde einer der größten zusammen- hängenden Feuchtgrünlandbereiche in Nordwest- deutschland als geeigneter Lebensraum für Wiesenvögel wieder entwickelt.

 
 

 

 

Ein ausgeklügeltes System zur Regulierung des Wasserstandes soll die Nachteile der Eindeichung des Dümmer Sees kompensieren.

Mit der Hilfe von einigen Schleusen ist es möglich, Hochwassereinbrüche künstlich zu steuern, ohne dabei stark in die Natur einzugreifen.

Ein besonderes Problem bleibt dennoch ungelöst,

der starke Nährstoffeintrag durch die intensive Landwirtschaft.

 

 
 

 

 

- entstanden ist eine wunderbare weiträumige Feuchtwiesenlandschaft mit vielen Blänken und Tümpeln, Kräuterwiesen soweit das Auge reicht,

hier wachsen nicht nur Sumpfdotterblumen,

 

- ein besonderes Wiesenvogelbrutgebiet,

viele Uferschnepfen sind zu sehen, wie auch

eine junge Familie des großen Brachvogels,

weiter in der Ferne ist der Wiesenpieper zu hören

und Kiebitze sind im Luftkampf mit einer Saatkrähe;

 

- dieser Schilfrohrsänger gibt uns ein besonders eindrucksvolles Ständchen

 
     

- schon mal etwas von Moorschnucken gehört,

den Rasenmähern in den Feuchtwiesen und Mooren?

- hier im Schäferhof sind ca. 1000 Tier zuhause,

und ihr Coach Wolfgang Pfaffel hat als Schäfer auch den Job des Landschaftspflegers übernommen;

 

- wir stoppen hier mit unseren Rädern,

es ist heiß heute,

Zeit für eine Pause im Schäferhof Café,

es gibt frischen, leckeren Kuchen

- Stachelbeer oder Schwarzwälder -

und die netten Servicedamen servieren

Kaffee soviel man will;

 

 
     

- weiter geht´s, den Dümmer See zu umrunden,

überall sehen wir kleine Blänken, Tümpel und

feuchte Wiesen,

- artenreiche Biotope -

hier leben viele Amphibien und Insekten

und auch z.Zt. abermilliarden von kleinsten Zuckmücken, (sie stechen nicht),

die Kollegen Stechmücken treffen wir erst später;

 
     
Es muss noch viel getan werden:

 

 

- zwischen Deich und Wasser sehenswerte Auen- und Bruchwälder,

- noch ist der Schilfgürtel des Sees nicht im Gleichgewicht,

- draußen auf dem See können wir den Saugbagger bei der Entschlammung beobachten;

 
     

- hier im Schilf beobachten wir Rohrspatzen,

korrekter auch als Rohrammer bekannt,

wie sie sich auf den Halmen im Winde wiegen;

 

- weiter hinten liegt die Brutkolonie der Kormorane,

die auch mithelfen, den Fischbestand wieder ins Gleichgewicht zu bekommen;

 

- unsere heutige Radtour endet im Biergarten,

in lustiger Runde!

 
und abends gehen wir in den Naturgarten:
   

- etwas Abwechslung nach einer längeren Radtour

und der intensiven Sonne,

bildet dann der abendliche Ausflug zum

Naturgarten an der Naturschutzstation

 

ein überbordener Garten nimmt uns gefangen,

mit Kräuterspiralen,

Trockenmauern,

einer Streuobstwiese mit alten Obstbäumen,

Trocken- und Sandarealen,

einem Gartentümpel und

vielen Baumskulpturen;

 

 

 
     

 

- eine bunte Vielfalt aus den heimischen Kräutern,

Stauden und allerlei Herbarien finden wir hier,

wie die Ackerminze und Senf,

Bärlauch und Beifuß,

Pinpinella und Hopfen,

Johanniskraut und Knoblauchrauke,

Wermuth und Melisse,

und. und...

 
     

und eher seltene

die Feuchtigkeit liebende Pflanzen

am Wasserlauf

 

 
     

- und eine Besonderheit für die tierischen Gartenbewohner ist die Gartenarche

mit Insektenhotel,

Igelsunterschlupf,

Nisthilfen für Wildbienen,

Nistkästen für Schwalben und Sperlinge,

Reisighaufen und Brutröhren

und... und.. ,

 

 
     
schon Samstag, unser 3. Tag
   

- heute geht es ins

Neustädter Moor


hier ist der BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland - seit 1983 in der Diepholzer Moorniederung mit einem eigenständigen Regionalprojekt befasst;


 
     
Der Rastplatz der Kraniche:
   

- auf der einen Seite liegt das in den Niederungen hier typische Niedermoor, welches laufend von der Hunte und den Nebenbächen mit Wasser versorgt wird

und auf der anderen Seite gibt es hier auch ein Hochmoor

- wie unser Venn eines ist! -

 

 

 
     

- Kerstin Lehn, ist dipl. Landschaftsökologin,

sie führt uns mit Begeisterung durchs Moor

und erklärt dabei äußerst fachkundig die Details der Revitalisierung und Renaturierung des Gebietes,

 

- vor allem unsere jungen Naturkundler freuen sich, dass sie den Stall der Moorschnucken inspizieren dürfen;

 
     

Lagebesprechung unserer jungen Naturkommissare,

was haben wir gesehen:

- ein Kuckuck flog in weitem Bogen an uns vorbei,

- Sperber, Milane und Weihen drehten ihre Runden am Himmel,

-zweimal haben wir Falken beobachtet

und jemand sah einen Habicht bei der Jagd,

 

-Naturermittlungen sind aufregend,

denn immer ist etwas los,

 
     

- auch die Insekten wollen beobachtet werden,

Aurorafalter,

Zitronenfalter,

und eine Vielzahl anderer Schmetterlinge

und Falter bevölkern das Moor,

dazu Hornissen, Wespen

und Bienenvölker,

Heuschrecken, Schnecken

und..und..

 

 

und schau einmal,

- dieses gemeine Grünwidderchen

hat besonders lange still gehalten,

bis das Fotos fertig ist;

 
     

- unser Liebling,

die Heidelibelle;

 
 

 

 
Der Moorpadd:

 

 

der Moorerlebnispfad im Neustädter Moor,

ein außergewöhnlicher, lehrreicher Weg durchs Moor,

hier wird gezeigt, wie das Moor funktioniert,

wie es lebt und

wie der Mensch es durch Torfabgrabungen zerstört,

hier gibt es eine feuchte Moorpackung und

auf der Brücke zum Schwingrasen kann man tanzen,

 

 

 

   

- besonders eindrucksvoll

und in so reichhaltiger Auswahl sieht man ihn sonst wohl nirgendwo am Moorweg:

Sonnentau

- er mag Insekten zum fressen gern -

 

 

 

- extra nur für uns

gibt es ein großes Konzert dazu!

 

- so ein Erlebnislehrpfad macht Spaß,

man erfährt alles über die Biodiversität

des Moores

und warum es so wichtig ist,

diesen einzigartigen Lebensraum zu schützen,

 

- so gut es noch geht -

- hier und anderswo -

 
     
Der aktive Naturschutz muss weiter gehen:

 

 

 

Naturschützer mahnen an, dass es weiterhin darum geht, das Dümmergebiet mit den angrenzenden Mooren am Westrand der Diepholzer Moorniederung stärker zu vernetzen sowie die Renaturierung der Fließgewässer im Dümmergebiet anzugehen.

 

 
     

 

 

- ein Eldorado für den Kranich,

große Nahrungsflächen, gute Schlafplätze und geringe Störungen lassen immer mehr Kraniche die Diepholzer Moorniederung als Trittstein zwischen der nordostdeutschen Rügen-Bock-Region und dem nordostfranzösischen Rastplatz Lac du Der nutzen

- sowohl im Herbst als auch im Frühjahr.

 

 
     

- Naturschutz ist erlebnisreich, macht Spaß

 

und manchmal macht es auch müde!

 

Das lange Wochenende ist vorbei,

unsere Zeit am Dümmer auch,

aber sicher sind wir bald wieder hier:

spätestens, wenn es den Kranich zu beobachten gibt!

 
     
  zu guter Letzt:  

- 2009 wurden am Dümmer mehrere Biber gesichtet,

wir haben leider keine gesehen;

 
     

- ein ganz besonderes Dankeschön

für die wunderbare Planung und Organisation

an
Uli Antons

 
     

- das war unsere Natur-Tour 2010,

es war super!

und

wir freuen uns schon auf die nächste Tour,

vielleicht in die Eifel und Ardenner-Wald

 
     

Emsdetten im Juni 2010

Friedel Hesseling

 

 

 

 
 
     
     
     
     
     
     
 

 

 
     

Naturschutz:

Dauerhafte Erhaltung der für den Naturschutz wertvollen Bereiche des Dümmers und der Dümmerniederung mit den naturraumspezifischen Pflanzen- und Tierarten; dazu gehört auch die Wiederherstellung von besonderen Biotopen, soweit diese erheblich beeinträchtigt oder zerstört sind.

 

 
 

 

 
     
     
   
   
   
   
   
   
   
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

 

 

 
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