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NABU-Tipp
Januar 2010

Winterfütterung

 

 

Dauerfrost in Maxhafen.

Und es soll noch mehr Schnee geben. Eiskalt ist es und am Futterhäuschen ist Hochbetrieb.

 

Kohlmeisen, Blaumeisen, Sumpfmeisen – sogar ein Buntspecht holen sich das Futter aus dem Futterhäuschen.

 

Viele Menschen entdecken jetzt ihr Herz für die darbende Vogelwelt, hängen Meisenringe auf und streuen Vogelfuttermischungen in die Futterhäuschen.

Wer im Winter durch die kahle Landschaft wandert, kann sich kaum vorstellen, dass unsere heimischen Vögel hier etwas zum Fressen finden.

Aber der Schein trügt: "Wer genau hinsieht, wird einen reich gedeckten Tisch entdecken", so Edmund Bischoff vom NABU Neuenkirchen/Wettringen. Ob tief gefrostete Beeren, Samen von Disteln und Gräsern oder überwinternde Insekten: Amsel, Kohlmeise, Rotkehlchen und Co. finden in der Natur genügend Nahrung, um den Winter gut versorgt zu überleben. Keine Vogelart wird vorm Aussterben bewahrt, weil sie im Winter von Menschen zusätzlich versorgt wird. Das Aussterben von Arten können wir nur verhindern, wenn wir ihre Lebensräume schützen.

Deshalb plädiert der NABU für eine ganz andere Art der Winterfütterung: Helfen sie den heimischen Vögeln doch einfach mit der Natur in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon. Wer Beeren tragende Sträucher oder Bäume pflanzt, der wird auch ohne Futterhäuschen viele Nahrungsgäste beobachten können.

"Abgeblühte Samenstände von Stauden und Gräsern bieten den Körnerfressern unter den Vögeln (z. B. Grünling, Kohlmeise, Dompfaff) reichlich Nahrung. Im Herbst werfe ich das Fallobst unter die abgeblühten Stauden", so Willi Bußmann Ochtrup.

Anstatt Sonnenblumenkerne zu kaufen, lässt man einfach die Sonnenblumen stehen und hat so ein "natürliches Futterhäuschen". Und eine Laubschicht oder ein Laubhaufen im Garten lockt Insektenfressende Vogelarten wie das Rotkehlchen an.

"Natürlich wollen wir niemandem den Spaß am Futterhäuschen vermiesen", so Bischoff: Winterfütterung mache den Menschen Freude und sei eine Möglichkeit eines ersten Kontaktes zu einem schönen Hobby – der Vogelbeobachtung.
Wer auf die traditionelle Winterfütterung nicht verzichten will, sollte aber einige Regeln beachten:

  • Gefüttert werden darf grundsätzlich nur bei Frost.
  • Wer anfängt zu füttern, sollte regelmäßig damit fortfahren, solange Schnee und Frost herrschen
  • Die Futterstelle muss trocken sein und regelmäßig gereinigt werden, weil sich sonst rasch tödliche Salmonellenerkrankungen ausbreiten. Die Salmonellose tritt besonders häufig an großen Futterstellen auf - deshalb lieber eine kleine, aber sichere Futterstelle einrichten.
  • Futterautomaten sind zweckmäßiger als offene Futterhäuschen; sie brauchen weniger Kontrolle
  • Ein großes Dach schützt das Futter vor Regen, Schnee und Wind.
  • Auf jeden Fall sollten Sie die Fütterung mit Beginn der Brutzeit im Frühjahr abbrechen: Die Vögel bleiben sonst bei der "Fertignahrung" mit Sonnenblumenkernen und füttern ihre Jungen damit. Diese können die Sämereien aber schlecht verdauen und sterben unter Umständen daran.

www.nabu.de

 

Presse NABU Neuenkirchen/Wettringen

Bernhard Hölscher

 

 

 

 

 

Buchtipp: Vögel am Futterhaus, BLV –Verlag

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