Tiere im Winterschlaf
Der NABU bittet um Rücksicht auf
Tiere im Winterschlaf
Klirrend kalt ist es zurzeit im Maxhafener Strönfeld.
Aus einem mit Binsen bewachsenen Graben steigt eine Bekassine in die Höhe. Es ist ein kleinerer Schnepfenvogel. Ein Turmfalke fliegt in größerer Höhe über den Grönen Hook. Auch er hat Probleme jetzt unter dem Schnee die Maus zu entdecken.
Aus dem Wald dringt ein Hämmern aus großer Höhe; es ist der Kleiber, der versucht die Larven aus ihren Rindenverstecken zu locken. Und auf einem alten Weidezaunpfahl lässt der Zaunkönig sein durchdringendes Zerr, Zerr, ertönen.
"Bitte nicht stören" heißt die Devise für die Tiere, die sich derzeit in ihrer Winterruhe befinden. Das ist zumindest der Wunsch von Max Lohmeyer im Naturschutzbund (NABU) Kreisverband Steinfurt. Er erläutert, warum eine Störung für Tiere im Winterschlaf tödlich enden kann:
"Die Winterschläfer, wie z.B. Fledermäuse, Igel, Bilche oder Feldhamster reduzieren ihren Stoffwechsel auf das Minimum.
Das bedeutet, dass nur noch überlebensnotwendige Funktionen aufrecht erhalten werden.
So schlägt z.B. das Igelherz, das es im Sommer gut und gerne auf 170 Schläge pro Minute bringt, während der Winterruhe höchstens zweimal innerhalb von sechzig Sekunden.
Der Sparbetrieb ist notwendig, damit die Tiere mit den Energiereserven auskommen, die sie sich in Sommer und Herbst angelegt haben."
Wie außergewöhnlich fragil diese Strategie ist, zeigt der Blick auf den Energieverbrauch in der Winterruhe. Einige Male wird der "Winterschlaf" durch kurze Aufwachphasen, in denen die Tiere ihre Schlafposition wechseln, unterbrochen.
Für diese, oft nur wenige Minuten dauernden Aktionen verbrauchen die Tiere zwei Drittel der Winterreserven, während die wochen- und monatelangen Tiefschlafphasen nur ein Drittel der Energiedepots aufbrauchen.
"An diesen Beispielen kann man sehr deutlich ablesen, welche Auswirkungen es haben kann, wenn die Tiere gestört werden. Sie haben dann im späten Winter oder im Frühjahr nicht mehr genug Reserven und müssen sterben," erklärt er. . Aus diesem Grund bittet er alle Bürgerinnen und Bürger, Rücksicht auf die Winterschläfer zu nehmen:
"Besonders in alten Scheunen, Dachstühlen, Kellern, aber auch an Holzstößen oder Reisighaufen sollte man sich so selten wie möglich aufhalten, besonders dann, wenn bekannt ist, dass sich dort Winterschläfer aufhalten.
Findet man einen Winterschläfer, so sollte man ihn auf jeden Fall in Ruhe lassen. Selbst wenn er gestört wurde, ist seine Chance im geeigneten Umfeld zu überleben größer, als in der warmen Menschenstube," so der NABU.
www.nabu.de
Presseinfo NABU Neuenkirchen/Wettringen
Berhard Hoelscher
Dezember 2o09
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Tiere und Pflanzen
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