| BUND / LNU / NABU |
| 04. Dezember 2009 |
Resolution
2. Regionalkonferenz Naturschutz im Regierungsbezirk Münster
Die zweite Regionalkonferenz steht im Zeichen des entstehenden neuen Regionalplans Münsterland.
Vertreter der Naturschutzverbände, der Bezirksregierung Münster, einiger Kreise und Städte des Münsterlandes debattieren vor allem um den Flächenverbrauch und die weitere Zerschneidung der Landschaft durch immer neue Straßen und Flugplatzerweiterungen. Dramatische Landschaftsveränderungen werden auch von der massiven Zunahme riesiger Mastställe erwartet.
Naturschutzverbände im Regierungsbezirk Münster fordern vor dem Hintergrund der derzeitigen Neuaufstellung des Regionalplans Münsterland und der „Allianz flur die Fläche“ von Politik und Verwaltung:
- den Freiflächenverbrauch als Ressourcen-Problem — auch unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung - endlich wahrzunehmen und sich nicht länger hinter einer „Allianz für die Fläche“ zu verstecken, die lediglich Alibifunktion flur die Untätigkeit der Landesregierung hat.
- landwirtschaftliche Nutzfläche nicht als eine beliebig disponierbare Flächenreserve flir gewerblich-industriellen und wohnsiedlungsbezogenen Verbrauch zu betrachten. Die Kulturlandschaft im Außenbereich muss endlich als erhaltenswertes Gut erkannt werden und darf nicht erst bei der Suche nach Ausgleichsmaßnahmen als endlich erkannt werden.
- mit potentiellen an- bzw. umsiedlungswilligen Firmen über eine möglichst flächensparende Bauweise zu verhandeln und somit die reine Angebotsplanung zu beenden.
Kritisiert wird ferner die ungebremste Inanspruchnahme von landwirtschaftlich genutzten und anderen Flächen für Verkehrsprojekte. Wirtschaft und Politik sollten sich endlich auf „Intelligenz statt Beton“ konzentrieren und nicht die Verkehrspolitik des letzten Jahrhunderts immer weiter fortsetzen. Die Naturschutzverbände fordern insbesondere
- den Verzicht auf den völlig überflüssigen Ausbau der Flugplätze in Greven und Wenningfeld,
- den Verzicht auf den geplanten Neubau von Bundesstraßen (wie die B67n durch das Westmünsterland, die 848 In in Münster, die B 64 n, die B 70 n , Westumgehung Emsdetten usw...). Es ist ein jahrzehntelanger Irrtum, den Verkehr durch immer weitere Straßenausbauten bewältigen zu können.
Mit wachsender Sorge wird auch die massive Zunahme von Massentierhaltungsanlagen vor allem in Kreisen Borken, Steinfurt und Coesfeld beobachtet. Der Bau von Großmastanlagen wird aus Sicht Naturschutzes abgelehnt, weil solche Anlagen Freiraum und Landschaft verbrauchen, die Landwirtschaft und Landschaft weiter industrialisieren, unerwünschte Abf‘älle und Abwässer produzieren, krank machende Keime verbreiten können und nicht zuletzt aus Tierschutzgründen. Die Naturschutzverbände im Münsterland fordern:
- Die Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden sowie die Kommunen werden aufgefordert, durch gut begründete Ablehnungsentscheidungen die Verwaltungsgerichte und vor allem das OVG Münster zur erneuten Uberprüfung der planungsrechtlichen Zulässigkeit im Interesse der Bürger zu veranlassen.
- Aus Sicht des Gesundheitsschutzes muss endlich berücksichtigt werden, dass durch die Abluft Aerosole und pathogene/resistente Erreger verbreitet werden können. Soweit für gesundheitsgefahrdende Aerosole keine Grenzwerte existieren, ist nach dem Vorsorgegrundsatz zu verfahren und die Genehmigung im Zweifel zu versagen. Zumindest ist eine effektive Abluftreinigung vorzuschreiben.
Münster, den 4.12.2009
die Naturschutzverbände im Münsterland:
BUND: Prof. Dieter Schmalz
LNU: Prof. Dr. Bernhard Surholt und Werner Gessner-Krone
NABU: Dr. Thomas Hövelmann
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