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Eine Schleife für die Ems
Vorplanungen für Altarmanbindung aufgenommen
-tst- Saerbeck. „Das kriegen wir hin.“ So sprach NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg, als er im September letzten Jahres zusammen mit Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek der Ems bei Saerbeck einen Besuch abstattete.
Damit meinte er die Anbindung des beim Emsausbau in den 30er Jahren abgetrennten Altarms Entrup, die von Naturschützern schon seit Jahren eingefordert wird.
Den deutlichen Worten sind zwar noch keine konkreten Taten gefolgt, es ist aber Bewegung in das längere Zeit vor sich hin dümpelnde Projekt gekommen. „Wir haben ein Ingenieurbüro mit den Vorplanungen beauftragt“, sagt Franz Reinhard von der Bezirksregierung Münster, die für die Umsetzung der Maßnahmen verantwortlich ist. Das Büro soll herausfinden, welche wasserhydraulischen Voraussetzungen erforderlich sind, um die Ems wieder auf die krumme Bahn zu bringen.
Bislang sehen die Planungen vor, dass der kanalartige Durchstich, durch den die Ems heute fließt, weitgehend verfüllt wird. Die schon recht marode Brücke, die als Verbindung zu den Äckern im Inneren der Schleife dient, soll voraussichtlich durch eine befahrbare Furt ersetzt werden. Denn eine landwirtschaftliche Nutzung soll es hier auch nach der Renaturierung geben. Der Saerbecker Landwirt Ludger Entrup, dem die Flächen gehören, hofft dabei auf den Minister. „Mehr habe ich auch nicht in der Hand“, setzt er auf dessen mündliche Zusage, dass er weiter hier ackern darf. Ob er per Brücke oder Furt auf seine Äcker kommt, ist ihm dabei egal. „Hauptsache, ich komme hin und auch wieder zurück.“
Reinhard weiß, dass die Pläne bei den Bauern nicht eitel Freude auslösen. „Es gibt eine berechtigte Skepsis, aber keine totale Ablehnung“, sieht er dennoch eine gute Basis für gemeinsame Gespräche. Voraussetzung für die Altarmanbindung wird ein Bodenordnungsverfahren sein, um zumindest die Flächen in öffentlichen Besitz zu bringen, die von der Renaturierung direkt betroffen sind.
„Wir haben die Genehmigung, das Bodenordnungsverfahren einzuleiten“, sagt Franz Reinhard. Voraussichtlich im Mai soll es eine Informationsveranstaltung für die Anlieger geben. Wie viele das genau sind, hat Reinhard nicht im Kopf. „Hier hat es nie eine Flurbereinigung gegeben, deshalb sind die Besitzverhältnisse ziemlich zersplittert.“ Auf einen Termin, wann die Bagger anrücken könnten, will er sich nicht festlegen: „Das wäre nicht seriös.“
Der Emsdettener Naturschützer Heinz Rinsche, der sich seit vielen Jahren für eine „krumme“ Ems stark macht, ist optimistisch. „Der hat etwas in Gang gesetzt“, beurteilt er den Ministerbesuch als positives Signal. Für ihn ist die rund zwei Kilometer lange Schleife ein Stück Ems wie aus dem Bilderbuch. Nachtigallen singen um die Wette, und im Mai wird wohl wieder das melodische Flöten des Pirols zu hören sein. Damit das so bleibt, wird er im August selbst Hand anlegen. Zusammen mit Schülern der Gesamtschule Saerbeck macht er sich daran, Steine aus der Böschungsbefestigung der Ems zu entfernen, damit der Fluss die Ufer wieder „anknabbern“ kann.
Druck machen nicht nur die Naturschützer. Auch die EU-Wasserrahmenrichtlinie sitzt den Behörden im Nacken. Sie sieht vor, dass bis 2015 alle Oberflächengewässer in einem chemisch und ökologisch guten Zustand sein sollen. Auch wenn man sich vom Termin schon längst verabschiedet hat, besteht dennoch Handlungsbedarf.
Wohl wissend, dass eine Renaturierung der Ems auf voller Länge Utopie bleiben wird, setzt die Bezirksregierung auf punktuelle Verbesserungen. Die unterteilen sich in „Strahlursprünge“, die größere Flussabschnitte positiv beeinflussen sollen, und kleinere „Trittsteine.“ Die Anbindung des Altarms Entrup ist für die Bezirksregierung ein durchaus dicker Brocken – und darf sich deshalb „Strahlursprung“ nennen.
Thomas Starkmann
im September 2009
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