|
| Nur noch 20 Brutpaare der Nachtigall nachgewiesen! |
ADEBAR
99 Vogelarten in Emsdetten gesichtet
Für ADEBAR alles dokumentiert
EMSDETTEN • Es gibt sie noch, die seltenen Vogelarten in und rund um Emsdetten:
Gebirgsstelze und Neuntöter wurden gesichtet.
Die Kehrseite schmerzt die Naturschützer, denn Feldlerche und Rebhuhn werden seltener.
Während eine Bekassine gar nicht gesichtet wurde.
Im Frühjahr haben die örtlichen Naturschützer der BUND/NABU-Gruppe begonnen, die einheimischen Brutvogelarten in ihren Beständen zu erfassen. Die Ergebnisse konnten gerade der zentralen Koordinationsstelle zugeleitet werden. Unter dem Stichwort ADEBAR leisteten so die ehrenamtlichen Zähler einen Beitrag zum größten Kartiervorhaben Deutschlands — kurz Atlas DEutscher Brutvogel ARten.
Der Aufwand
In mehr als 40 Stunden durchstreiften sie die Parklandschaft rund um Emsdetten und Saerbeck. Dabei galt es, die unterschiedlichen Lebensräume und Biotope zu sondieren. Stadtlage, Emsaue oder Ortheide in Emsdetten sind typisch gegensätzliche Komplexe mit unterschiedlichen Arten-Inventaren. Immerhin wurden bei 17 Exkursionen 99 von ca. 110 in Emsdetten vorkommende Arten nachgewiesen.
Ein Höhepunkt war das einzelne Vorkommen des Neuntöters im östlichen Veltruper Sinninger Areal.
Ebenso wurde ein seltener Feldschwirl im Hochstaudenbereich der alten Flussmündung des Mühlenbachs gesichtet.
Aber auch die Gebirgsstelze im Emsdettener Stadtgebiet ist erwähnenswert.
Wichtiger denn je ist diese Nennung nach Meinung von Naturschützer Karl Riddering, „gerade vor dem Hintergrund der großen städtischen Verantwortung zum Schutz der Arten entlang der Ems am Biekmeresch.“
Gebigsstelze
Und er weiß, wo welche Vogelarten anzutreffen sind:
Ortheide und Bockholter Emsbereich zeichnen sich durch mehrere Vorkommen des Schwarzspechtes aus. Allerdings konnte die früher häufig im Emsbereich vertretene Bekassine nicht mehr nachgewiesen werden.
Die Nachtigall scheint sich innerhalb der Emsaue auf sehr niedrigem Bestand mit nicht mehr als 20 Brutpaaren zu stabilisieren. Viele Arten von Gänsen und Enten sind vertreten. Vom Kiebitz gibt es nur noch spärliche Vorkommen. Ein so genannter „Hot Spot“ liegt ausgerechnet in einem Überflutungsbereich der Ems in Austum. Dort konzentriert sich das Vorkommen mit sieben Paaren nur auf einer Fläche gerade so groß wie ein Fußballfeld.
Das Fazit
Fazit des Zählers Karl Riddering: „Es ist erfreulich, dass noch viele Arten in den Gebieten rund um Emsdetten vertreten sind. Schmerzlich wirkt der starke Rückgang oder das Fehlen von Feldlerche und Rebhuhn.“
Emsdetten im Oktober 2009
Karl Riddering
|