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Emsdettener Volkszeitung
10. Oktober 2009

Emsaue besser schützen

 

Die entscheidende Frage lautet: Wieviel Mensch verkraftet ein Naturschutzgebiet?

 

EMSDETTEN • Das schöne Wetter macht den Ortstermin in der Emsaue zum Dokument: Während mit Blick auf die Ems über die Chancen einer unberührten Natur geplaudert wird, führen unten Herrchen Hunde aus. Ohne Leine. Daneben startet gerade ein Heißluftballon, während Besuchergruppen die Ems über das Pättkes erobern.

 

Es ist Donnerstagnachmittag, als die Stadt Emsdetten gemeinsam mit Fachleuten vom Landschaftsverband, dem Dezernat für Wasserschutz und der Biologischen Stationen alle interessierten Bürger davon überzeugen will, dass die Emsaue sich unberührt entwickeln soll.

 

Die Pflichtaufgabe

Entwickeln muss, wie Dipl. Ing. Franz Reinhard von der Bezirksregierung klar macht: „Das gilt für ganz Europa. Bis 2015 müssen alle Flüsse so aussehen wie hier der renaturierte Mühlenbach."

Man habe in Deutschland erkannt, dass dieses Ziel so nicht erreicht werden kann. Deshalb habe man die Trittsteinlösung entwickelt: Das sind Bereiche, in denen die Natur Pause machen kann - auch von der Belastung durch den Menschen.

 

„Legen Sie uns Trittsteine in die Ems, damit wir sie durchlaufen können. Schließlich leben wir doch im Kreis Steinfurt", ruft ein Bürger dazwischen, der die Leinpfade als Pättkes entlang der Ems für Fußgänger behalten will.

Reinhard reagiert: „Das geht nicht. Diese Flächen sind Eigentum der Landwirtschaft!"

Der Konflikt ist angekommen: Die eine Seite muss rechtlich vorgeschrieben die Emsaue als Naturtrittstein entwickeln. Naturschützer würden im Schulterschluss weitergehen, während Hundehalter, Spaziergänger und Naturbeobachter sich nicht verbannen lassen wollen aus diesem Naherholungsgebiet vor der Haustür.

Und dann sind da noch die Bauern, die um ihre Existenz bangen und jeden Quadratmeter Fläche brauchen.

 

Kompromiss

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Stadt legt derweil den Ansatz eines Kompromisses vor: „Emsaue ganz nah" steht oben in der Ecke einer Grafik, die aufzeigt, wo sich an dem Strom vor der Brücke bei Bisping was ungestört entwickeln soll - und wo Besucherströme ungestört herangehen könnten.

Diese Zutrittsbereiche halten sich in Grenzen. Das betonen spöttische Zwischenrufe - „Es hat doch niemand etwas dagegen, wenn sie einmal hier oder dort entlang schauen" - versucht Maria Wagener von der Stadtplanung die Protestwellen zu glätten.

 

Zu Beginn hatte Bürgermeister Moenikes betont, man habe hier stets darauf verzichtet. Bußgeldverfahren einzuleiten. Obwohl, da sind sich Vertreter von Kreis und Stadt einig, sich viele Spaziergänger und Hundehalter nicht an die Regeln halten.

 

Die, so betont Dr. Peter Schwarze von der Biologischen Station später, „müssen eingehalten werden, um der Emsaue als Naturschutzgebiet überhaupt eine Chance zu geben." •

Ralf.Schacke®

emsdettenervolkszeitung.de

 

MZ / EV im Internet: TED-Umfrage zur Zukunft der Emsaue und Forum unter:

»www.EmsdettenerVolkszeitung.de

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