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Foto: Ludwig Klasing 16. September 2009

Zugvögel im Venn

 

Aus der Natur

 

Weißstorch, Rauchschwalben und Mauersegler vor dem Abflug

 

 

 

Im Emsdettener Venn sitzen sie in kleinen Trupps auf toten Ästen im Moor und warten auf die „innere Uhr“: Zugvögel. Ihr Flug in den Süden steht unmittelbar bevor.

 

Hauptvogelzugzeit ist von Mitte September bis Mitte Oktober. Hier ziehen dann unter anderem Hausrotschwanz und Stare.
Typische Vertreter unserer heimischen Zugvögel sind zum Beispiel Weißstorch, Kranich, Mauersegler, Kuckuck Rauchschwalbe, Singdrossel, Nachtigall und Hausrotschwanz. Manche von ihnen sind dabei nur für kurze Zeit hier. So treffen Mauersegler jedes Jahr aufs Neue Ende April ein, jagen mit schrillem „Sriii, Sriii“ um die Türme der Pfarrkirchen und Steinbauten und sind Sekunden später in den Häuserschluchten verschwunden, machen sich aber schon Ende August wieder auf den Weg.

Drohender Nahrungsmangel

Kiebitze ziehen teilweise erst mit Einbruch des ersten Frostes. Sie erreichen ihre Überwinterungsquartiere in Frankreich und Spanien bereits nach kurzer Zeit. Entsprechend zeitig im Frühjahr fliegen sie hier bereits wieder ein. „Hauptgrund für den Zug in den Süden ist weniger der bevorstehende Kälteeinbruch, als vielmehr der drohende Nahrungsmangel“, erklärt Markus Nipkow, Vogelschutzreferent des NABU. Insbesondere reine Insektenfresser würden bei uns im Winterhalbjahr nicht genügend Nahrung finden.

Die biologische Langzeituhr löse im Tier, so Nipkow weiter, eine Zugunruhe aus, ebenso wie sie dafür sorge, dass rechtzeitig Energievorräte im Körper - so genannte Fettdepots - gebildet würden, um die enormen Flugleistungen überhaupt bewältigen zu können. Wenn es Herbst im Garten wird, fallen Igel und Siebenschläfer bald schon in den Winterschlaf. Und Storch, Kranich, Rotschwanz und Nachtigall suchen ihre Nahrung in wärmeren Gefilden Südeuropas und Afrikas.

 

16. September 2009

Bernhard Hölscher

 

 
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