Sechs auf einen Streich
„Bei meinen Beobachtungen im Venn am Lehrpfad entdecke ich immer wieder etwas Neues“, betont der Naturschützer, den eine Entdeckung in diesem Jahr besonders beeindruckt hat: „Es war im Mai, ich sah sechs Vögel auf einem Baum und dachte zuerst an Schwalben. Als ich dann vorsichtig weiter ging, traute ich meinen Augen nicht. Kaum zu glauben, sechs Bienenfresser im Venn am Lehrpfad.
Drei Männchen suchten Insekten und umwarben drei Weibchen. Ein toller Anblick, diese bunten Vögel.
Eigentlich kommen die Bienenfresser im südlichen Europa vor. Sie brüten in Kolonien an Steilwände und an Uferböschungen in selbst gebauten Röhren. Es besteht die Möglichkeit, dass sie im Umkreis vom Venn, etwa an der Ems oder an Steilwänden von Sandaushebungen, gebrütet haben.
Wer hat Beobachtungen gemacht?“ fragt Klasing und hofft auf die Unterstützung der EV-Leser.., Das wäre ein Ding, wenn ich doch noch herausbekommen würde, wo die Vögel ihr Brutgeschäft erledigt haben. Vielleicht kommen die Bienenfresser im nächsten Jahr wieder.“
Klasing senkt den Kopf, beobachtet. wie eine Gelbe Mordfliege gerade ein Opfer gepackt hat:,, Die fressen kleine Insekten. Ihr Name klingt zwar bedrohlich, für den Menschen ist die Gelbe Mordfliege aber vollkommen ungefährlich.“
Foto: kein Entkommen in den Fängen der gelben Mordfliege
Was die heimische Tier und Pflanzenwelt angeht, ist Klasing nach den vielen Jahren
Venn ein wandelndes Bestimmungsbuch. So will er nicht einfach Raritäten knipsen, sondern hat es auf spektakuläre Funde und Situationen abgesehen — zwei Libellen im Liebesrausch hat er auf einem Bild festgehalten. Vögel wie die Schafstelze oder das Schwarzkehlchen
Nach den Spinnen „Wenn ich ganz seltene Exemplare wie die Bienenfresser sehe, dann melde ich das natürlich der Biologischen Station, die so etwas im Blick haben muss“, erzählt er, der sich in diesem Jahr auf die Vögel konzentriert hat. „Sonst habe ich vor allem Spinnen fotografiert. Da waren ganz viele Seltenheiten darunter. Noch heute bin ich total begeistert, wenn ganz früh im Morgentau die Netze der Spinne schön glänzen“.
Ludwig Klasing sitzt vor seinem Computer, wo er die Bilder von seinen Vennbesuchen gespeichert hat „Am Montag geht‘s wieder los“, sagt er.
Mit der Kamera? Klasing schüttelt mit dem Kopf:
„Nein, die Sasion beginnt wieder. Arbeit ist angesagt. Die Birken müssen raus, um das intakte Moor zu erhalten.
“ Und nur das ermöglicht im Sommer wieder ein FotoShooting der tierisch-tollen Art. •
RaIf.Schacke@
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