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Münstersche Zeitung
Emsdettener VolkszeitungV vom 21.09.2009

Atomkraftgegener suchen in Münster ein Endlager

Show, Demonstration und Diskussion

 

Münster • Mit Geigerzählern und Lupen haben Demonstranten am Samstag Münsters Innenstadt nach einer Atommüll-Endlagerstätte abgesucht.

Mit dieser schauspielerischen Einlage protestierten sie gegen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken in Deutschland.

Im Anschluss ihrer Kundgebung diskutierten sie mit Bundestagsabgeordneten und -kandidaten.

Rund 150 Menschen zogen in einem Tross vom Bahnhofs- zum Domplatz durch die Straßen Münsters. An der Spitze ein als „Castor-Transport“ getarnter Lastkraftwagen. Am Ziel angekommen simulierten die Demonstranten eine Bohrung.

Endlager

„Wir gehen auf Endlagersuche“, nannte sich der Slogan, mit dem die Initiatoren vom Netzwerk „campact“ den ganzen Sommer durch Deutschland getourt sind, In Münster fand diese bundes- weite Aktion gegen Atom- kraft ihren vorläufigen Abschluss, allerdings nicht ohne Wortgefechte.

Ruprecht Polenz (CDU) und Sebastian Herold (FDP) verteidigten die schwarz-gelbe Atompolitik. Ihr Tenor:

„Möchte man vernünftig

über Energiepolitik debattieren, muss man drei grundlegende Punkte in die Uberlegungen miteinbeziehen: Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und die Preisfrage.“

Frage des Preises

Für die anderen Diskussionsteilnehmer und das Publikum, das sich überwiegend aus den Demonstranten zusammengesetzt hat, war die Sache viel klarer.

Ihre Argumente.,, Vorfälle wie in Gorleben, Krümmel oder Asse müssen uns aufhorchen lassen. Der Atomausstieg ist notwendig.“

Darauf verwiesen Bärbel Höhn (Bündnis 90/Grüne), Christoph Strässer (SPD) und Hubertus Zdebd (Linke).

CDU-Abgeordneter Polenz hingegen schätzte die Technologien im Bereich erneuerbarer Energien „als noch nicht so ausgereift, um dem Endverbraucher vertretbare Preise anbieten zu können“.

Höhn bezeichnete das als Augenwischerei.,, Es muss hinterfragt werden, ob die Preise für Strom heute durch die oligopolistischen Strukturen am Energiemarkt nicht gar höher sind, als sie bei mehr erneuerbarer Energie im Angebot wären.“ • sbk

 

MZ vom 21.September 2009

Atomkraftgeg ner suchen in Münster ein Endlager

 
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