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| 22. August 2009 |
Entsteinungsaktion an der Ems
Wir bringen Leben in die Ems"
unter diesem Motto standen zwei große Aktionstage im August, bei denen jeweils ein Emsabschnitt mit der Hand entfesselt wurde. Die Ems wird dabei von ihrem Korsett, der uferbegleitenden Steinschüttung auf jeweils 50 Metern Länge befreit - von Hand und mit Muskelkraft!
Die Steine, die die Ems in ein Korsett zwängen, sind der „Stein des Anstoßes“. Von Natur aus läge kein einziger Stein im Uferbereich. Alle Steine sind hier künstlich eingebracht worden. Statt Schranken
Der Sandfluss Ems, einmalig in Europa, sollte durch die Steine in ein enges Korsett gezwängt werden, so Rinsche. Durch die seitlichen Steinpackungen sollte einst verhindert werden, dass der Fluss sich selbst seinen Weg sucht. Jahrtausende lang war das möglich, doch jetzt endlich wollte man ihn in die Schranken weisen. Einer Autobahn ähnlich wurde also der Fluss "vergewaltigt": Einheitsprofil, überall gleich breit und tief, keine engen Kurven mehr, sondern ein weitgehend gerader Verlauf.
Abwasserkanal
Die lebendige Ems wurde so zu einem pflegebedürftigen, monotonen Abwasserkanal degradiert. Und so glaubte man, die permante Hochwassergefahr ein für allemal gelöst zu haben. Durch die künstliche Rinne sollte das Hochwasser problemlos abgeführt werden.
Das erwies sich schnell als Irrtum. Denn es hat an allen deutschen Flüssen trotz dieser Regulierungen immer wieder Hochwasser mit großen Schäden gegeben. Auch die kleineren Flüsse, wie die Werse bei Ahlen, bewiesen, dass solch ein rein technischer Ausbau nicht die Lösung sein kann.
Denkfehler
Der entscheidende Denkfehler: Jedes Fließgewässer hat ein natürliches Überschwemmungsgebiet, die Aue. „Wenn sich die Wassermassen hier breit machen können und dürfen, entsteht in der Regel kein Schaden“, heißt es in einem Einladungsschreiben der Naturschützer zu der Ems-Aktion in Hembregen. Im Übrigen bleibe ja keine andere Wahl, denn die Forderungen der Wasser-Rahmen-Richtlinie (WRRL) der EU sind bindend.
Demnach muss das Fließgewässer wieder in einen naturnäheren Zustand zurückgeführt werden.
Emsdetten im August 2009
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