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| WN / Münterländische Volkszeitung |
| 09.06.2009 |
Nabu kämpft um Rheine-R als Naturparadies
Rheine. Der Nabu wehr sich gegen die Pläne, Rheine R fast völlig zu bebauen. Jetzt seien weitere Fakten bekannt geworden, die nach Meinung der Nabu-Mitglieder den Gewerbepark Rheine R völlig absurd werden lassen, zumindest in der geplanten Version.
„Rheine R ist und bleibt eine herausragende Naturoase. Hier gibt es ein bisschen Wildnis“, meint Kurt Kuhnen, Nabu-Mitglied und Naturexperte. Er zeigt auf Wasserlachen, offene und wenig überwucherte Biotope mit Kiebitzen. „Selbst Austernfischer nisten hier“, ergänzt Edmund Bischoff, Kreisvorsitzender des Naturschutzbundes. „Sogar mehrere Flußregenpfeifer halten sich hier auf, sie dürften auch Gelege haben.“
Nach Meinung der Nabu-Aktivisten könnte eine intensive Nestersuche die seltenen Vögel vergrämen. Winfried Grenzheuser, ebenfalls Nabu-Aktivist und kenntnisreicher Botaniker, hebt die artenreiche Flora hervor, die trotz der massiven Eingriffe noch zu bewundern sei. Auf der kleinen Koppel, die die Stadt als letzte Fläche unangetastet ließ, beginnen mindestens 80 seltenste Orchideen mit der Blüte. „Die gibt es in Nordrhein-Westfalen nur noch an wenigen Stellen“, erläutert Grenzheuser. „Wir staunen selbst, was hier noch kreucht und fleucht“, so Kuhnen, „sogar Teichfrösche quaken in verbliebenen Wasserstellen“. Der Nabu bezweifelt, dass die Vermarktung der Flächen wie geplant erfolgen kann. Der größte Teil der Kosten bleibe ungedeckt beim Steuerzahler hängen. Da sei es egal, ob Zuschüsse flössen oder nicht. Nach Äußerungen von Baudezernent Kuhlmann sollen die Flächen bereits „im Fokus vieler Unternehmer stehen“.
„Das hat man vom ersten Bauabschnitt des 50 Hektar großen ersten Bauabschnittes des FMO-Gewerbegebietes auch behauptet“, meint Edmund Bischoff. Diese Gefahr bestehe auch bei Rheine R. „1,4 ha Baufläche sind wegen Geruchsemmissionen gar nicht für den dauernden Aufenthalt von Personen zugelassen und somit fast nicht vermarktbar“, ergänzt der Nabu-Kreisvorsitzende.
Das 38 Hektar große Gewerbegebiet solle mittels einer mehrere Kilometer langen Druckrohrleitung entwässert werden. Dazu solle ein Pumpwerk gebaut werden, das direkt neben dem geplanten Regenrückhaltebecken vorgesehen sei. Kurt Kuhnen: „Allein die vorgesehenen baulichen Sicherungsmaßnahmen für die eventuelle Einleitung in die Talaue des Frischebaches sind ein massiver Eingriff.“
Die Nabu-Vertreter verweisen auf ihren Kompromissvorschlag: Verzicht auf die Querspange, Erhalt des südlichen Bereiches von Rheine R als Naturoase und Naturerlebnisraum, Besiedlung und Erschließung auf den nördlichen Bereich beschränken.
„Dazu bietet sich die zusätzlich geplante Erschließungsstraße in Verlängerung des Kammweges an. So würden die links und rechts der Bahn gelegenen Gewerbegebiete abgerundet und kein Keil zwischen die Naturschutzgebiete Waldhügel und Emsaue getrieben“, argumentiert Kuhnen.
WN / Münsterländische Volkszeitung
09 · 06 · 09
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