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Anti-Atom Demo in Münster am 25. April 2009t

Tschernobyl mahnt:

Keine Renaissance der Atomenergie

- Atomanlagen sofort stilllegen

 

 

 

Der Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986

ist ein besonderer Termin, der uns aufgrund seiner Brisanz immer noch aufrütteln muss!

 

Der BUND –Kreisgruppe Steinfurt- unterstützt die Anti-AKW-Bewegung und das „Anti-Atom-Bündnis Münster“

und unterstützt die Initiative bei der Demo am Samstag den 25.04. in Münster.

 

 

Tschernobyl:

1986 explodierte in Tschernobyl ein Atomreaktor. Millionen von Menschen in der Ukraine und Weißrussland leiden noch heute unter den Folgen. Tschernobyl hat auf tragische Weise gezeigt, dass Atomkraft ist nicht beherrschbar ist; Atomkraft tötet.

Zwar sagt die Atomindustrie, dass es sich hier um russische Anlagen gehandelt habe und unsere Anlagen sicherer seinen, aber wir hoffen inständig, dass eine Probe aufs Exempel nicht stattfinden wird. Aufgrund der vielen bekannten Störfälle in deutschen, schwedischen und auch französischen Atomanlagen haben wir kein besonderes Vertrauen.

Die Brennpunkte der Atomindustrie liegen bei uns vor der Haustür:

Ahaus:

Spätestens 2910 sollen mehrere Hundert Tonnen hoch verstrahlter Atommüll aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague sowie der stillgelegten Kernforschungsanlage Jülich nach Ahaus gebracht werden. Sogar die Einlagerung von unverpacktem Atommüll ist beantragt — eine Öffentlichkeitsbeteiligung gibt es nicht!

Lingen:

Im benachbarten Niedersachsen soll das Atomkraftwerk Lingen II bis mindestens 2020 laufen

Gronau:

Die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage in Gronau wird massiv ausgebaut und soll in Zukunft 35 große Atomkraftwerke mit Uranbrennstoff versorgen. Das bedeutet auch eine drastisch steigende Anzahl von Urantransporten quer durch Europa.

In einem neuen Atommülllager in Gronau sollen bis zu 60.000 Tonnen abgereicherten Uranmüll „zwischen“-gelagert werden .

In Nordrhein-Westfalen setzt die Atomindustrie weiterhin massiv auf den Ausbau der Atomanlagen:

Hamm:

Ein Abriss des stillgelegten Pleitenreaktors in Hamm sieht in den Sternen und wird immer teurer. Dennoch wollen nordrhein-westfälische Unternehmen und die Kernforschungsanlage Jülich mit Unterstützung der Bundes- und Landesregierung unbedingt den Hochtemperaturreaktor weltweit exportieren.

Jülich:

Bis 2013 soll das dortige Zwischenlager geräumt werden — nach Ahaus .

Aber die Leichtbauhalle in Ahaus ist keine Lösung für eine langfristige Atommülllagerung. Das wesentliche Problem besteht darin, dass es keine endgültige Lösung für das Atommüllproblem gibt!.

sondern verschleiert das Grundproblem: Es gibt keine langfristig sichere Endlagerung von Atommüll weltweit


Atom ./. Klimawandel:

Atomkraft ist auch keine Lösung gegen den Klimawandel, aktuelle Studien belegen dies, denn die Ökobilanz spricht nicht für eine Nutzung der Kernenergie.

hier helfen nur erneuerbare Energien.

Ausstieg aus dem Ausstieg:
Seit einigen Jahren versucht die Atomindustrie in Deutschland und anderswo massiv eine „Renaissance“ der Atomenergienutzung zu erzwingen. Atomkonzerne wie die Essener RWE und die Düsseldorfer EON wollen in Deutschland längere Laufzeiten für alle älteren AKWs politisch durchsetzten.

Für Bulgarien, Rumänien, Litauen, Finnland und Großbritannien wollen sie neue Atomkraftwerke bauen. Mit deutscher Unterstützung wird auch in Frankreich ein neues Atomkraftwerk gebaut ist Tschernobyl schon vergessen?

Der BUND fordert:

„sofortiges Umsteigen auf nachhaltige Energiegewinnung

- alle Atomanlagen umgehend stilllegen“

 

 

Diese Demonstration ist erst der Auftakt für weitere Proteste zum Atomausstieg“

 

An diesem Samstag, dem 25. April 2009, bei schönstem Wetter, kommen die Demonstranten vom Bahnhof zum Hindenburgplatz, hier formiert sich die Kundgebung.

Dann zieht der lange, bunte Demonstrationszug von rd. 1000 Atomkraftgegnern in die Innenstadt, vorbei geht es am Gebäude der Bezirksregierung, wo die Genehmigungsanträge für die Castor-Transporte ins Zwischenlager Ahaus sowie für die Urantransporte bearbeitet werden, zum Prinzipalmarkt.

 

Die große Anzahl der Demonstranten und Sympathisanten sowie die europäische Beteiligung belegen, dass der Protest gegen den von Energiekonzernen und CDU/FDP propagierten „Ausstieg aus dem Ausstieg“ deutlich wächst. Auch im Münsterland sind immer mehr Menschen besorgt, dass der vereinbarte Atomausstieg gekippt werden soll.

 

Auf dem Podium auf dem Prinzipalmarkt findet dann die Abschlusskundgebung vor einer eindrucksvollen Kulisse statt.

 

In mehreren Beiträgen rufen die Redner sowie die französischen, bulgarischen und russischen Gastredner nochmals zum Widerstand gegen die „Renaissance“ der Atomenergie auf. Im Zentrum der Kritik stehen die großen Energiekonzerne RWE (Essen) und EON (Düsseldorf).

 

Felix Ruwe von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“.

„Es gibt viele Parallelen zwischen dem Umgang mit Atomenergie in Deutschland und Tschernobyl: Alles wird totgeschwiegen, Untersuchungsergebnisse werden unterschlagen. Hier in Münster weiß doch keiner, wie er sich bei einem Zwischenfall verhalten müsste, nicht einmal Feuerwehr oder Ärzte. Da sind die Politiker gefragt, deshalb treten wir vor allem vor den Wahlen verstärkt auf.“

 

Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt Gronau forderte die Stilllegung der Urananreicherungsanlagen von Gronau und Almelo (NL), die in wenigen Jahren weltweit rund 10% der Atomkraftwerke mit Uranbrennstoff beliefern sollen. Die Anlage dienen allein dem Weiterbetrieb von Atomkraftwerken. Zudem weist erd arauf hin, dass wieder Transporte von Gronau auf dem Weg nach Russland unterwegs sind.

Rashid Alimov von der Organisation „Ecoperestroika“ in St. Petersburg weist auf den atomaren Genozid hin. „Die Nachwirkungen von Tschernobyl sind noch heute im betroffenen russischen Umland deutlich.

Außerdem weist er auf neue Entwicklungen in seinem Land hin Das Leben der 70 letzten Angehörigen eines kleinen Naturvolkes ist bedroht, weil nahe ihrem Dorf bei St. Petersburg ein Atommüll-Umschlagplatz errichtet wurde. Hier werden die Atomtransporte von 30 000 Tonnen Uranmüll aus der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage von Gronau umgeladen.

 

Die Aktivisten von Greenpeace stellten in einer eindrucksvollen Performance dar, wie es ist, wenn mal ein Reaktor überkocht.

 

Albena Simeonova aus Bulgarien forderte RWE auf, kein Atomkraftwerk im bulgarischen Erdbebengebiet von Belene zu errichten.

 

Lydia Kroll von URGEWALT kündigte weitere Proteste auch gegen andere AKW-Projekte von RWE in Rumänien, Litauen und Großbritannien an.

 

Cécile Lecomte vom französischen Netzwerk Réseau „Sortir du nucléaire“ sprach sich gegen Urantransporte von Frankreich nach Gronau sowie von La Hague ins Zwischenlager Ahaus aus und lud zum Widerstand gegen den Bau von neuen Atomkraftwerken in Frankreich ein.

 

Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen kritisierte, dass die vier Energiekonzerne RWE, EON, EnBW und Vattenfall den Atomausstieg verhindern wollen.

 

Die Anti-Atom-Demonstration geht weiter

Die heutige Demonstration ist deshalb nicht der Endpunkt der Proteste, sondern der Auftakt für weitere große Anti-Atom-Demonstrationen in den nächsten Monaten.

 

Wir rufen zur Teilnahme

an der bundesweiten Demo am

5. September 2009

in Berlin auf.

 

 

 

Emsdetten, den 26. April 2009

eigener Bericht

 

 
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