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Jahresmitgliederversammlung

B U N D

Kreisgruppe Steinfurt

Notizen zur Jahreshauptversammlung des BUND

 

Werbung für das Engagement im Natur- und Umweltschutz

Die Jahresmitgliederversammlung des BUND

- Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland –

Kreisgruppe Steinfurt

am Dienstag, den 10.März 2009

in der Villa „S“ der Verbundsparkasse Emsdetten-Ochtrup

war eine Werbung für das Engagement im Natur- und Umweltschutz.

 

Die Jahresmitgliederversammlung des BUND - Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Steinfurt - am Dienstag, den 10.März 2009 fand in der Villa Schilgen der Verbundsparkasse Emsdetten-Ochtrup statt.

 

DIE DISTEL, eine Print-Sonderausgabe der Umweltzeitung des BUND im Kreis Steinfurt liegt neben anderem Informationsmaterial auf dem Tisch, mit den Themenschwerpunkt: Nachhaltigkeit, der Weg aus der Finanz- und Wirtschaftskrise, u.a. mit Beiträgen von Al Gore und Prof. Dr. Wolfgang Sachs.

 

Die Referenten des Abends:

Machen wir den Abend zu einer Werbeveranstaltung für den Natur und Umweltschutz, laden wir Referenten ein, die eindrucksvoll und mit Begeisterung über die Arbeit in der Natur, am Schreibtisch und in der Weiterbildung für die Sache berichten, so war die Intention der Veranstalter des Abends.

 

Dank an die Sparkasse: Ein guter Versammlungsort in der Mitte des Kreises bietet die Villa „S“ der Verbundsparkasse Emsdetten-Ochtrup. Neben dem technisch bestens ausgestattetem Raum sorgt die Sparkasse für die Getränke.

Dafür bedanken wir uns.

Übrigens ist die Sparkasse ein wesentlicher Sponsor, der die Arbeit der Naturschutzverbände immer wieder großzügig unterstützt, auch dafür sei Dank.

 

I) Naturschutz, (Referent: Heinz Rinsche; Bilder: Ludwig Klasing)

Das VENN: Im Vorspann erscheinen auf der Leinwand farbenprächtige Bilder der Moosbeere, sowie viele faszinierende Landschaftsaufnahmen aus dem Emsdettener Venn. Sie zeugen von der Schönheit der Natur in unserer Umgebung im Jahreszeitablauf.

Das regelmäßige Entkusseln des Baumaufschlags und die Staumaßnahmen zeigen inzwischen deutliche Erfolge.

Anhand seiner wunderbaren Naturfotos verdeutlicht Ludwig Klasing, dass die langjährige kontinuierliche und konsequente Naturschutzarbeit mit der Einbindung aller Kräfte die positive Entwicklung des Naturschutzgebietes „Emsdettener Venn“ zum Erfolg geführt hat.

 

Die EMS Heinz Rinsche weist auf die politischen Erfolge bei den Bemühungen zur Renaturierung der Ems hin.

Es geht um die Wideranbindung des Altarms an die Ems bei Entrup in Saerbeck. Der Ortstermin an der Ems mit NRW Landwirtschaftminister Eckhard Uhlenberg und dem Regierungspräsidenten aus Münster Peter Paziorek im September 2008 kann als Erfolg gewertet werden, denn seither arbeiten die Behörden an der Umsetzung von Detailfragen.

Abschließend weist Heinz Rinsche auf die Entsteinungsaktion an der Ems bei Saerbeck im August 2009 hin.

 

II) Umweltbildung, (Referentin: Astrid Pflüger-Ott)

Begeistern wir unsere Kinder für die Schönheit und Vielfalt der Natur; erklären wir ihnen die natürlichen Zusammenhänge; machen wir sie mündig für die Probleme des menschlichen Handelns und ermuntern sie, Lösungen zu suchen und zu finden.

 

Astrid Pflüger-Ott lässt die Anwesenden in ihrem Vortrag an der praktischen Arbeit mit den Kindern teilhaben, die im Rahmen der offenen Ganztagsschule zu „Umweltagenten im Auftrag der Natur“ ausgebildet werden.

Ihre Ausbildung zur Jugendbildungsreferentin hatte Astrid Pflüger-Ott bei der BUND-Jugend erhalten. Die BUND-Jugend bietet den junge Pädagogen Ausbildung und Seminare für die Umweltbildung in der Kinder und Jugendarbeit an. Darüber hinaus erhalten sie Unterstützung für die weitere Projektarbeit und den Zugang zu den Schulen. Ihr Arbeitsgebiet ist die offene Ganztagsschule in Westerkappeln.

Sie schildert ihre Erfahrungen mit den Kindern in der Umweltprojektarbeit und bringt viele anschauliche Beispiele aus dem Schulleben der jungen „Umwelt-Agenten“.

Neben dem BUND wird sie vom Kinderbüro WESPE-Westerkappeln unterstützt. Gemeinsam mit der WESPE haben sie einen Erlebnisführer für den Naturerlebnisweg Westerkappeln, im Zeichen der „Grüne Eule“, herausgegeben.

Dieser Erlebnisweg ist das Dorado der Umweltagenten.

 

Die Erfahrungen im Kreis haben leider einen Mangel bestätigt, dass die Schulträger bei der Honorierung der Kräfte sehr zurückhaltend sind.

 

III) Zur Lage und Entwicklung des Natur- und Umweltschutzes, (Referent: R.Seidl) Haben wir in den letzten 20 Jahren – wie Don Quichotte – gegen Windmühlen Gearbeitet, denn die Probleme in unserem Umfeld sind keineswegs kleiner geworden.

 

Für Rainer Seidl sind die Fakten eher ernüchternd.

Die Anzahl junger Leute, die sich für das Engagement im Natur- und Umweltschutz begeistern, ist deutlich weniger geworden.

 

Ein gesteigertes Umweltbewusstsein schlägt sich nicht in der aktiven Beteiligung in den Naturschutzverbänden nieder.

Das Wirtschaftsleben ist hektischer geworden, Natur und Umwelt sind oft nur zu Produktionsfaktoren heruntergekommen.

Natur wird verbraucht.

Umweltmanagement wird behördlich geregelt und den wirtschaftlichen Interessen angepasst. Fördermaßnahmen werden gekürzt, die Mitbestimmung der Verbände wird beschnitten, die Gesetzgebung favorisiert die Wirtschaft. Der Wirtschaftsfaktor Natur bleibt der Werbung vorbehalten, dabei kommt sie sehr gern als touristische Attraktion vor, vor allem in Hochglanzprospekten.

Für Naturschutz bleibt nicht genügend Raum.

Die Kreisverwaltung feiert das Bodenschutzprogramm des Kreises, aber auch im Kreis Steinfurt geht der Landschaftsverbrauch unvermindert massiv weiter.

 

So seien als Beispiele der unnötige Flugplatzausbau FMO angeführt. Unnötig aufgrund der Umweltproblematik und auch der rückläufigen Umsätze. Unnötig auch die Autobahnanbindung trotz ausreichender Zubringerstraßen.

Wie sinnvoll sind die übrigen Straßenbauprojekte, der Landschaftsverbrauch neuer Umgehungsstraßen. Dazu kommt der Landschaftsfraß der Industrie und die Betonisierung der Innenstädte. Immer noch gilt Vorrang für eine Autogerechte Stadt und Landschaft.

 

Vor allem die industrielle Landwirtschaft verletzt die ethischen Gesetze der Achtung vor der Natur, so ist eine nicht artgerechte Tierhaltung oft Standard. Die großräumige landwirtschaftliche Nutzung der Ländereien beschert uns monotone Maisäcker. Sie trägt wesentlich zum Ausräumen der Landschaften bei, immer noch werden Wallhecken geopfert und damit der Zerstörung der Artenvielfalt Vorschub gegeben.

 

Die Aufrüstung des Kohlekraftwerkes in Ibbenbüren muss nicht die neuen Abgasbestimmungen erfüllen, da es sich genehmigungswirksam um eine Altanlage handelt. Und dies mit verheerenden Folgen für die Natur; die wesentlichen Schadstoffemissionen gehen Richtung Naturschutzgebiet Westerkappeln.

 

Die Einschränkung der Mitwirkung bewirkt, dass wir keine Möglichkeit haben, selbst großvolumige Tiermastanlagen zu verhindern, die ihre Emissionen auch in die Naturschutzgebiete abgeben dürfen.

 

Zudem kommt der hausgemachte Konflikt zwischen dem Naturschutz und dem Umweltschutz. Und zwar: - durchgängige Wasserläufe verhindern Stromerzeugung aus Wasserkraft, - Energieerzeugung durch Windkraft widerspricht dem landschaftlichen Freiraumkonzepten.

 

Rainer Seidl zieht als Fazit: dass uns der Wind ins Gesicht steht und wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Politik fällt auf ein Denken um Jahrzehnte zurück. Die Bemühungen um den Klimaschutz verkommen zur politischen Show.

Am Ende bleibt der eindringliche Appell:

•  beharrlich weiterarbeiten,

•  Einfluss nutzen, wo wir ihn haben

•  Jugendarbeit und Umweltbildung verstärken,

•  Synergien nutzen, indem wir die Kooperation der Verbände im Kreis ausbauen und die Arbeitsteilung vertiefen.

Die Zusammenarbeit der Verbände im Kreis Steinfurt (KNAST) hat sich in den Jahren bewährt.

 

IV) Schmeckt´s uns noch:

Für das leibliche Wohl sorgt in der Pause nach den Vorträgen eine leckere Gemüsesuppe, die Ingrid Hesseling für die Teilnehmer gekocht hat, dazu gibt es Streuobstwiesen - Apfelsaft von der BUND-Gruppe Altenberge, außerdem von der Sparkasse spendierte Getränke.

Die Zeit des Essens wird genutzt, über die Referate zu diskutieren und Ideen auszutauschen.

 

V) Formalien

Zunächst wurden drei Mitglieder für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrte. Dieter Haubold überreichte jeweils ein Exemplar des Buches „Zukunftsfähiges Deutschland“ welches von BUND herausgegeben wurde.

 

Bericht über den Jahresbericht 2008,

Finanzbericht 2008, Kassenprüfungsbericht,

Die Formalien konnten schnell abgehandelt werden.

- Weitere Details zu diesem Punkt folgen noch!!!!!!!!!!!!!!!-

 

Diskussion

Hans Hoffmeister informierte über geplanten neuen Hähnchenmastanlagen im Kreis Steinfurt. Ein komplexes Thema, es wurde vereinbart, im Kreis verstärkt Informationsveranstaltungen über die gravierende Umweltproblematik zu organisieren.

 

X-Ahaus

Zum Thema Atom weist Hans Hoffmeister darauf hin, dass die Industrie ihre Bemühungen um den Ausstieg vom Ausstieg aus der Kernenergie massiv verstärkt. In Ahaus soll Atommüll aus Jülich abgelagert werden, das Zwischenlager droht zum Endlager zu werden.

Es wird zur Unterstützung der BI Ahaus aufgerufen, auch zur Teilnahme an einer Demonstration am 25.April - Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl - in Münster.

 

Abschluss

Der Abend wird begleitet von interessanten Diskussionen. Und unter Verschiedenes wird noch angesprochen, dass der BUND aktive Mitglieder sucht „jeder kann sich auf seinem Fach und Interessengebiet mehr oder weniger beim BUND engagieren“ .

Abschließend bedankt sich der BUND bei der Verbundsparkasse Emsdetten-Ochtrup, für die herzliche Gastfreundschaft, die den technisch perfekt ausgestatteten Raum zur Verfügung stellte. Vor allem freut sich der BUND, dass die Sparkasse fortlaufend die Arbeit der Natur- und Umweltschutzverbände finanziell unterstützt.

 

Emsdetten/Steinfurt/Altenberge

15. März 2009

Friedel Hesseling / Erhard Heilmann

 

 
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