Stellungnahme
Geschützte Wallheckenstrukturen!
Klimaschutz durch Baumschutz!
Pflegemaßnahmen oder Pflegewahn im Naturschutzgebiet!
Auf Veranlassung der Stadt Emsdetten bzw. der Stadtverwaltung, verantwortet durch den Bürgermeister, wurden im Naturschutzgebiet „Emsdettener Venn“ mehr aus rd. 100 stattliche Bäume gefällt. Weitere Bäume wurden darüber hinaus in den angrenzenden Bereichen entlang des Umringweges entfernt. Bei der Mehrzahl der Bäume (rd. 80 Stück) handelt es sich um Eichen, die im Innenbereich unter die Baumsatzung fallen würden.
Dies alles geschah, gemäß Angaben der Stadt Emsdetten, unter der Prämisse, die Wallhecken im Venn zu strukturieren, in der Natur aufzuräumen und Gefahrenherde zu beseitigen.
Naturschutz:
Bereits seit Dezember 2008 hatten sich die Naturschutzverbände bemüht, den von der Stadt geplanten Kahlschlag in diesem sensiblen Bereich zu verhindern.
Sofern gesunde Wallheckenstrukturen erhalten werden, ist gegen einen geordneten Rückschnitt nichts einzuwenden, da hierdurch die besondere Artenvielfalt des Naturschutzgebietes erhalten werden kann.
So wurde in einem gemeinsamen Ortstermin der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises und der Biologischen Station vereinbart, dass lediglich Zitterpappeln, Strauchwerk und ggfls. 6-8 Eichen für einen Rückschnitt zu entfernen wären. Denn damit wäre dem auf den Stock setzen der Wallhecken genüge getan.
Zudem wurde vereinbart, dass sämtliche ältere Eichen am Hindenburgdamm erhalten bleiben und ältere Birken ersetzt werden. (Die roten (X) Markierungen an den Bäumen setzten Zeichen).
Sägearbeiten:
Im Januar 2009 wurde nun von der Stadt Tabula rasa veranstaltet. Den Kettensägen wurde freier Lauf gelassen.
Statt einem geordnetem Rückschnitt bzw. auf den Stock setzen wurden statt der Entfernung von 8 Eichen rd. 80 davon abgesägt! Prägende alte Bäume landeten im Schredder. Das Landschaftsbild hat sich deutlich verändert.
Vor allem im angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächenbereich wirkt die Landschaft großflächig ausgeräumt, der nunmehr erfolgte zusätzliche Kahlschlag verstärkt dieses Bild heute.
Presse:
Viel Erschrecken und Erregung haben diese Maßnahmen in der Öffentlichkeit hervorgerufen. Es hagelte erboste Leserbriefe und Sachdarstellungen der Zeitungsredaktion mit teilweise unbegründeten Behauptungen.
Stadtverwaltung und Rat der Stadt:
In der Ausschusssitzung (ASWU) des Stadtrates der Stadt Emsdetten vom 29. Januar 2009 wurde seitens der Stadtverwaltung daraufhin die Maßnahmen gerechtfertigt und u.a. öffentlich erklärt, dass die v.g. Maßnahmen sämtlich mit den Umweltbehörden und dem NABU (namentlich genannt) vereinbart worden waren!
Die Stadt als „gutes Beispiel voran:
Im Schatten der Diskussion hackt z.B. ein Landwirt im Bereich Austum sämtliche Solitärbäume einer wunderbaren Wallhecke (nähe Finnbahn) ersatzlos weg!
Nach dem Motto: was die Stadt darf, kann ich auch!
Fazit: Wir weisen darauf hin, dass die durchgeführten Maßnahmen im Emsdettener Venn in dieser Form nicht mit den zuständigen Umweltbehörden des Kreises und insbesondere nicht mit den Umweltverbänden BUND/NABU einvernehmlich abgestimmt waren!
Emsdetten, den 19. Februar 2009
Für die Umweltverbände
BUND/NABU
Friedel Hesseling
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