| Emsdettener Volkszeitung |
| 07. Januar 2009 |
Das Venn dankt
mit roter Pracht
Das Entkusseln zeigt eindeutige Erfolge
EMSDETTEN • Eis und Schnee können Heinz Rinsche und Ludwig Klasing nicht schrecken: „Wir sind auch bei diesem Wetter fast jeden Tag im Venn", sagt Ludwig Klasing.
Seit sechs Jahren engagieren sich die beiden rüstigen Rentner für dieses einzigartige Naturschutzgebiet, reißen die unerwünschten Birken und Faulbäume heraus. Sie entkusseln das Venn, und sehen jetzt erste Erfolge.
Eine Sisyphusarbeit sei das, haben die Naturschützer immer wieder gehört. Also eine schwere, vor allem aber eine sinnlose Arbeit, sagen einige. „Ja", sagt Heinz Rinsche, „anstrengend ist das Entkusseln schon. Aber es ist auf keinen Fall sinnlos", widerspricht er den Kritikern entschieden.
Nachdem vor drei Jahren der neu gestaltete und erweiterte Lehrpfad fertig gestellt wurde, hatten die beiden Naturschützer ein ehrgeiziges Ziel: Das weitere Umfeld des Lehrpfades sollte nach erfolgter Entkusselung „sauber bleiben". „Für diese Fläche haben wir sozusagen eine Patenschaft übernommen", erläutert Heinz Rinsche.
In jedem Winterhalbjahr gehen sie mit System über die Fläche und ziehen alles nachwachsende Gehölz heraus. Auch nur Stricknadeldünne einjährige Triebe entfernen die beiden Männer. Auf den Knien rutschend, Zentimeter für Zentimeter säubern Heinz Rinsche und Ludwig Klasing so die Problemflächen.
Dabei kommt den beiden Naturschützern das zur Zeit frostige Wetter sogar entgegen. „Über das gefrorene Wasser können wir auch Flächen entkusseln, die sonst unerreichbar für uns sind", erläutert Ludwig Klasing.
Nach nunmehr drei Jahren ziehen die beiden Venn-Fans; eine eindeutige Zwischenbilanz: „Ja, es lohnt sich. Man kann, wenn man nur gründlich und zielstrebig nachabeitet, die Verbuschung stoppen", sagt Heinz Rinsche.
Jahr für Jahr - so konnten sie eindeutig feststellen wurde der hier unerwünschte Aufwuchs von Birken und Faulbäumen geringer. Sehr erfreulich ist für die Naturschützer vor allem, dass die Torfmoose wieder zunehmen, darunter auch die hier erwünschten roten Arten wie Sphagnum magellanicum und rubellum.
„An vielen Stellen sieht es tatsächlich so aus, als wenn die Torfmoose wieder die Regie übernehmen", freut sich Heinz Rinsche. „Sie wölben sich in die Höhe und ersticken alles unter sich" So dürfte auf Dauer auch die störende Besenheide und das unerwünschte Pfeifengras zurückgedrängt werden.
Erstaunt sind Heinz Rinche und Ludwig Klasing über die unerwartet große Ausbreitung der Moosbeere. Diese so seltene und wertvolle Art mit ihren grazilen kleinen Blättchen und ihren auffallend großen, roten Beeren konnten sie vor drei Jahren nur an wenigen Stellen beobachten. Jetzt aber ist sie in diesem Bereich am Lehrpfad fast flächendeckend vorhanden.
Entkusseln - eine Sisyphosarbeit? Klare Antwort von Heinz Rinsche und Ludwig Klasing: „Nein!"
Das Entkusseln ist anstrengend, aber auf keinen Fall eine sinnlose Sisyphusarbeit.
HEINZ RINSCHE
07. Januar 2009
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