| Emsdettener Volkszeitung |
| 24. September 2008 |
Foto-Models
mit acht Beinen
Ludwig Klasing geht mit der Kamera im Venn auf Pirsch nach marmorierten Kreuzspinnen
EMSDETTEN "
Das Emsdettener Venn ist nicht nur eine Arche Noah für Pflanzen und Vögel, sondern auch für Insekten, Schmetterlinge, Eidechsen und viele Arten von Spinnen.
Die haben es dem Emsdettener Natur- und Umweltschützer Ludwig Klasing besonders angetan.
Im Winter befreit er zusammen mit Heinz Rinsche von den Naturschutzgruppen BUND/NABU die Moorflächen von Birken und Faulbäumen, jetzt im Herbst geht Klasing mit seiner Fotokamera auf die „Jagd" nach Schnappschüssen.
Staudämme werden im Frühjahr angelegt, Fotos von seltenen Venn Bewohnern, die so wieder in das Naturschutzgebiet einziehen, werden im Herbst geschossen,
„Mich sprechen immer wieder Spaziergänger und Kinder an, die neugierig fragen, was ich denn so fotografiere", erzählt Klasing, der all zu oft auf überraschte Gesichter blickt,
wenn er ihnen die „Bewohner" des Venns zeigt:
„Habe ich ja noch nie gesehen, haben gerade erst einige Jungen zu mir gesagt, die sich dann selbst auf die Suche nach
seltenen Spinnen begeben haben - mit Erfolg.
Und die melden sich jetzt immer wieder bei mir, um mir ihre Funde zu präsentieren."

Ludwig Klasing war auch gestern rund um den Lehrpfad unterwegs. Er entdeckte dort eine Spinnenart, die besonders farbenfroh und facettenreich ist.
Der Naturschützer hielt sie für die
EV-Leser auf einigen Fotos fest, auch um vielen Menschen zu zeigen, wie schön und schützenswert das Moorgebiet ist.
„Eine der schönsten heimischen Spinnen, die Marmorierte Kreuzspinne (Araneus marmoreus), treffe ich immer häufiger im Venn an.
Diese Radnetzspinne ist hier schon keine Rarität mehr", betont Klasing.
Er entdeckt immer neue Farbenspiele in der Natur:
„Manchmal denke ich, alle Farben dieser Spinne fotografiert
zu haben, aber es tauchen immer
wieder neue Farben auf."
Die Marmorierte
Kreuzspinne ist vorwiegend in feuchtem, etwas schattigem Gelände und im Randgebiet von Mooren zu finden. Sie spannt ihr Radnetz nah über den Boden, selten höher als 60 Zentimeter. Je größer die Spinne ist, je größer das Radnetz.
Sie ist nicht so häufig wie die ihr verwandte Kreuzspinne (Araneus diadematus) verbreitet.
Tagsüber hält sie sich oft in einem nach unten offenen Schlupfwinkel
neben dem Netz
auf, der immer sehr gut getarnt und
nicht immer leicht
zu finden ist.
Für Ludwig Klasing
kein Problem: „Mittlerweile kenne ich mich aus.
Meine Bilder sind alle am Lehrpfad entstanden. Vielleicht möchten Spaziergänger ebenfalls einmal auf die Suche nach Spinnen gehen, die wirklich hübsch anzuschauen sind."
• ras
"Mich sprechen immer wieder Spaziergänger und Kinder an, die neugierig fragen, was ich denn so fotografiere."
LUDWIG KLASING
sämtliche Fotos von Ludwig Klasing
Bericht EV 24.Sept. 2008
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