Ausstellung
"Das Emsdetterner Venn"
im April 2008
in der Kassenhalle der Verbund-Sparkasse Emsdetten-Ochtrup
Kirchst, Emsdetten
Mit Bildern wollen wir belegen, dass es sich lohnt, für den Erhalt dieser einzigartigen Moorlandschaft zu kämpfen. Viele Kostbarkeiten (40 Rote-Liste-Arten) können so gerettet werden.
Entkusseln im Venn – eine Sisyphos-Arbeit ?
Sisyphos – da denkt man schwere, vor allem aber an sinnlose Arbeit.
Bezogen auf das Entkusseln im Venn, gibt es hier eine klare Antwort:
Gewiss ist es eine schwere, aber sicherlich keine sinnlose Arbeit. Und dafür gibt es vielerlei Hinweise und Belege:
(Voraussetzung ist allerdings, dass man richtig entkusselt. Denn wer nur abschneidet oder absägt, bewirkt eher das Gegenteil. Alles kommt wieder, dichter als vorher. Man muss sich also schon die Mühe machen, zu roden. Alles muss raus - mit Stumpf und Stiel .Und in den folgenden Jahren muss nachgearbeitet werden. Ein Moor ist kein Wald! Kein Gehölz ist hier erwünscht, alles muss weg):
Bei unseren Arbeiten entdeckten wir, dass auch unter dem dichtesten Faulbaumaufwuchs an vielen Stellen noch Reste der ursprünglichen Moorvegetation zu finden sind. Vor allem, wenn man die dicht verfilzte Besenheide aufhebt bzw. entfernt, gibt es erfreuliche Überraschungen. Wollgras! Zwar nur einzelne“schüchterne“ Pflanzen, aber es ist da. Auch Erika-bzw. Rosmarinheide und Moosbeere sind hin und wieder zu erkennen.Vor allem aber – auch Torfmoose sind an den feuchteren Stellen noch in Resten vorhanden.
All die genannten Moorpflanzen kümmern hier, weil 3 Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind: Nässe, Licht und Nährstoffmangel.
Ein Hochmoor ist eben ein Lebensraum der ganz besonderen Art.
Dabei ist das Wichtigste wohl das Wasser. Nur wenn es gelingt, das nährstoffarme Regenwasser viel effektiver anzustauen, hat unser Moor eine Chance. Eine gleichmäßige Vernässung des gesamten Moorkörpers ist erforderlich. Wenn man nur in den Randbereichen staut, erhält man randliche Seenplatten und im Zentrum Trockenheit. Je mehr Dämme, desto besser also (fraktioniertes Stauen).
Da ist viel Handarbeit erforderlich, denn ein Bagger wird nur an den randlichen Wegen eingesetzt werden können.
Hinzu kommt: Birken sind Wasserschlucker. Ohne sie bleibt also viel mehr Wasser im Venn.
Auch das Licht fällt in einem entkusselten Moor viel intensiver au den Boden. Die typischen Morpflanzen wie Wollgras und Sonnentau aber leben vom Licht. Im Schatten der Büsche kümmern sie dahin.
So seltsam das für einige klingen mag, auch Nährstoffe( Dünger) sind für ein Hochmoor Gift. Wer hier entkusselt, verhindert, dass in jedem Herbst Massen von Blättern auf den Boden fallen, hier verrotten und zu Kompost werden.
Folge: Brombeeren statt Moosbeeren, Pfeifengras statt Wollgras. Im Extremfall - dort, wo Bauschutt liegt, sogar auch Brennnesseln.
Wer entkusselt und gleichzeitig Wasser anstaut, leistet einen wertvollen Beitrag zur Revitalisierung/Renaturierung unseres Moores. Keine sinnlose Sisyhposarbeit also, sondern ein wichtiger Beitrag zu mehr Naturschutz:
Regelmäßige PH-Wert- Messungen zeigen, dass die Werte sinken. 3,7 ist der bisher von uns gemessene niedrigste Wert.
Torfmoose, die für diese niedrigen PH-Werte verantwortlich sind, breiten sich aus (auch die rot gefärbten Hochmoor-Arten, wie Sphagnum rubellum und magelanicum)
Beide Wollgrasarten nehmen zu, vor allem aber die Moosbeere
Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze – an vielen Stellen hier zu finden.
Und in den Feuchtwiesen am Rande des Moores: Brachvögel, Uferschnepfen und Bekassinen.
Auch in anderen Mooren, z.B. im Recker Moor, gibt es Erfolge ähnlicher Art.
Der Einsatz lohnt sich also.
Bei allem werden die Besucher nicht ausgeschlossen.
Der neu gestaltete und erweiterte Lehr- und Erlebnispfad bietet vielfältige Möglichkeiten, an allem teilzunehmen. Exkursionen, Radtouren und geführte Wanderungen werden angeboten.
Termine im Internet:
www.umweltverbaende-emsdetten.de oder
www.biologische-station-steinfurt.de
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