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Jahresberichte über 2007

 

 

 

A. Kreisgruppe – Vorstand

1 . Die Vorstandssitzungen fanden im Jahr 2007 mit hoher Beteiligung der Vorstandsmitglieder in der Regel monatlich statt. Viele Vorstandsmitglieder oder die speziell dafür gewählten BUND-Mitglieder beteiligten sich außerdem für die Kreisgruppe an den Arbeitstreffen von Kreisgruppenforum, BUND-Regionalgruppe, BUND-NRW-Delegiertenversammlung, sowie im Beirat der Landschaftsbehörden, u. a.

Im Laufe des Jahres konnten wir außerdem Gespräche führen mit MdB Angelika Schwall-Düren über Atom­energie, Bundesnaturschutz, Privatisierung der Deut­schen Bahn, und mit MdL André Stinka über die No­vellierung des Landschaftsgesetzes. Näheres s. u. *)

Über einige wichtige Themen in 2007 wird ausführlicher berichtet:

2 . Bei der Beteiligung der aNV (anerkannte Natur­schutzvereine: BUND, NABU, LNU/ANTL) im Kreis Steinfurt gem. §60 BNatSchG an formellen Planungs- und Genehmigungsverfahren gab es große Projekte von Investitionen im Straßenbau mit der Beeinträchtigung und Zerstörung gewachsener Natur:

2.1 Über die Nacharbeiten der Planung Kreisstraße K50 OU Altenberge (sog. "Deckblattverfahren") berichtet die OG Altenberge.

2.2 Die Stellungnahme der aNV zur Planung der Ortsumfahrungsstraße Nordwalde (L555n OU) wurde beim Regierungspräsidium Münster offiziell "erörtert". Diese neue Straße wird relativ wenige direkte Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft mit sich bringen; gra­vierend sind die indirekt umweltschädigenden Wirkungen durch Behinderungen des Fahrradverkehrs: sie machen das Radfahren unattraktiv und treiben die Leute ins umweltschädigende Auto. Die Forderung des BUND, für flüssigen Radverkehr taugliche und verlässliche Wege zu bauen – so wie es für den Autoverkehr selbstverständlich ist -, wurde nicht akzeptiert. Der Disput endete mit der Aussage der anderen Seite "da haben Sie und wir unterschiedliche Auffassungen von Radverkehr"!

2.3 Abgesehen davon, dass die Ortsumfahrung Wettrin ­ gen (B70n) ganz falsch konzipiert ist – sie gehört auf die Nordseite Wettringens, dorthin, wo die Gewerbegebiete Start- und Zielpunkte des dorf-unverträglichen Lastwagenverkehrs sind, und nicht in den Süden mit der wertvollen mit vielen Hecken kleinräumig strukturierten Landschaft (Dies hat auch die Umweltverträglichkeitsprüfung ergeben!)-, musste auch hier die mangelhafte, weil Radler behindernde Planung kritisiert werden. Die Straßenbauverwaltung behauptet, "das vorhandene Rad- und Gehwegnetz bleibt funktionsfähig erhalten". Das stimmt nicht! Heute durchquert ein Radler Wettringen auf der B70; künftig wird er von der B70n vertrieben: "Verbot für Radfahrer". Man nötigt ihn, Wettringen mühsam zu durchfahren – behindert durch langsamen Lokalverkehr von Autos und Fußgehern.

Die zwei zwischenörtlichen Verbindungswege Burg­steinfurt – Wettringen, heute ebenerdig waagerecht verlaufend, sollen mit Brücken über die Bundesstraße 70n geführt werden; d.h. die Funktion Radweg wird gravierend verschlechtert: auf den Rampen kann nur langsam und mühsam hochgefahren werden. Würde die Straße tiefergelegt und drunterduchgeführt, bliebe der waagerechte Radverkehrsweg funktionsfähig. Die Autos könnten die Höhenunterschiede – mit ihrer etwa tausendfach höheren Motorleistung – spielend überwinden.

2 weitere Fälle, nicht aus dem Straßenbau:

2.4 Für das Borghorster Venn wurde die Naturschutzgebietsverordnung (NSG-VO) erneuert. Zum VO-Entwurf hat der BUND Nachbesserungen verlangt, u.a. in Richtung Wiedervernässung, kein Pestizideintrag, Betretungsverbot während der Brutzeit.

2.5 Positiv für die Natur werden die geplanten Maßnah­men im Bereich der ehemaligen Baumwollspinnerei bei Nünningsmühle sein. Begleitend zur Beseitigung der Fa­brikaltlasten werden die Steinfurter Aa und ihr Westufer renaturiert und das Fließen der Aa für aufsteigende Organismen durchgängig gemacht durch Abbau der Schwelle des früheren Mühlenwehrs.

3 . Das Abstimmungsgespräch über den Entwurf der "Richtlinien zur Verwirklichung des Stiftungszwecks" der Naturschutzstiftung des Kreises Steinfurt (NaSti) und die eingegangenen Stellungnahmen mit den aNV hat im April 2007 stattgefunden. Die Diskussion hat die Unterschiede aufgezeigt, dass die NaSti tendenziell viele Kompensationsmaßnahmen im Kreis an aus ihrer Sicht geeigneten Stellen verwirklichen und die zugehörigen Gelder vereinnahmen will, die aNV andererseits dahin tendieren, die Eingriffe in Natur und Landschaft gering (am besten bei Null) zu halten, was bedeutet, dass die NaSti in diesem Bereich wenig zu tun bekommt.

Den aNV sind die Mitwirkungsmöglichkeiten in der Stiftung zu begrenzt; sie halten mehr Information und Diskussion über die Maßnahmen für den Naturschutz vor der Abstimmung im Kuratorium für erforderlich.

Die Beratung und der Beschluss über die "Richtlinien ..." stehen immer noch aus.

Ende 2007 haben die aNV es abgelehnt, eine Fläche zu kaufen, die intensiv bewirtschaftet wird und erst in ca. 10 Jahren für Naturschutzzwecke verfügbar sein soll. Grund: die Gelder müssen zeitnah naturschützerisch wirkend eingesetzt werden.

4 . Gagelschutz Brechte: Beseitigung von Sturmschäden, Entfernen der Bäume ohne Baumkronen, erfreulich: 3 Waldschnepfen im Gebiet.

5 . Der Bericht zu " Finanzen der Kreisgruppe in 2007 " wird, nach Abschluss der Jahresabrechnung, in der JMV am 11.03.08 vorgetragen.

D.Haubold

*) Im Jahre 2007 fanden mehrere Treffen von Mitgliedern der Kreisgruppe mit Angelica Schwall-Düren, MdB, SPD, statt, zu denen der BUND von ihrem Wahlkreisbüro in Altenberge eingeladen worden war.

08.02: Atompolitik und Schienenverkehr (mit D. Haubold, R. Heilmann)

D. Haubold machte auf einen wenig beachteten Aspekt der „friedlichen“ der Nutzung der Atomenergie auf­merksam: Das Uran, das bei der Urananreicherung in Uranhexafluorid anfällt (und z.Z. über die Bahnstrecke Gronau – Münster regelmäßig nach Russland transportiert wird), wird aufgrund seines hohen spezifischen Gewichts zur Munitionsproduktion verwendet. Diese strahlenden Abfälle liegen heute überall in der Welt herum, wo Krieg geführt wird.

27.06.: Gespräch mit André Stinka, MdL, Mitglied des Umweltausschusses (mit D. Haubold, H. Schulte, R. Heilmann)

Herr Stinka macht deutlich, dass der Stellenwert von Umwelt- und Naturschutz derzeit nicht nur in der Lan­desregierung sondern auch in der in der Opposition be­findlichen SPD-Fraktion sehr niedrig angesiedelt ist.

10.08.: Radtour zur Zentraldeponie Altenberge, Besichtigung der dortigen Biogasanlage und anschlie­ßende Diskussion (mit R. Heilmann)

Franz Niederau, Geschäftsführer der EGST und Prof. Dr. Christoph Wetter, FH Münster, stellten die beson­dere Funktionsweise dieser Biogasanlage vor: Die ur­sprünglich mit Deponiegas gefütterte Anlage braucht heute nach der Abdeckung des Deponiekörpers und dem Ende der Ablagerung unbehandelter – sprich unverbrannter – Abfälle eine Zufütterung von Mais und anderen nachwachsenden Rohstoffen. Auf diese Art kann das restliche Deponiegaspotenzial genutzt werden.

Rose Heilmann

Bericht aus dem Landschaftsbeirat 2007

Im Jahr 2007 fanden 4 Sitzungen statt: 25.01 in Teck­lenburg, 23.04. in Emsdetten, 06.09. in Tecklenburg und 20.11. in Steinfurt. Gemeinsam mit Harald Wen­nemers habe ich diese besucht. Neben den routinemä­ßigen Punkten wie

- Berichte der Beiratsmitglieder über Fehlentwicklun­gen in der Landschaft

- Anregungen von Beiratsmitgliedern

- Beschlüsse über die Verlängerungen von Natur­schutz­gebietsverordnungen

- Beschlüsse über Entlassungen von Teilgebieten aus Landschaftsschutzgebieten, die z.T. kontrovers dis­kutiert wurden,

- Entscheidungen über die Ernennung von Land­schaftswächtern

gab es diesmal einige Vorträge zu unterschiedlichen Themen:

1. Am 25.01 berichtete Herr Stöppel vom Umweltamt über den Stand von Maßnahmen im Kreis Steinfurt zur Verbesserung der Gewässerstruktur. Dabei stellte er die Vorhaben verschiedener Träger der Jahre 2004 bis 2006 vor. Im einzelnen ging es um:

- Papiermühlenbach in Mettingen

- Schaler Aa in Schale

- Ibbenbürener Aa oberhalb Aasee

- Walgenbach an der Mündung in die Ems

- Hilbertsbach in Saerbeck

- Blomertsbach in Greven

- Poggenbach in Wettringen

- Emsdettener Mühlenbach:

Umwandlung des Sohlabsturzes Hullermann in eine Sohlgleite

Naturnahe Umgestaltung von "Neubrückenstraße" bis “Alte Kläranlage”

Naturnahe Umgestaltung von “Alte Kläranlage” bis Mündung in die Ems

- Brüggemannsbach in Nordwalde

- Wirlocksbach in Horstmar

- Fischaufstiegsanlage Schlossmühle an der Steinfur­ter Aa

- Fischaufstiegsanlage Niedermühle an der Steinfurter Aa

2. Am 06.09 stellte Herr Ahlke vom Umweltamt anhand einer ausführlichen Powerpointpräsentation die Nutzung von Biogas im Kreis Steinfurt vor.

3. Am 20.11 trug Herr Reinhard von der Bezirksregie­rung Informationen zum Thema “Renaturierung des Emsauenschutzkonzeptes” vor.

Eine Exkursion am 23.04.2007, bei der wir Projekte zur Renaturierung von Fliessgewässern besichtigten, führte uns nach Emsdetten. Dort informierten wir uns vor Ort ausgehend vom ehemaligen Betriebsgelände der Firma ege-plast über die Renaturierung des Mühlenbachs bis zur Mündung in die Ems.

Bettina Leinhos

B. Ortsgruppe Altenberge

Routinemäßige Aktionen neben den monatlichen Grup­pentreffen:

Administration der Homepage: Dr. Chr. Becker-Carus

Apfelsaft-Vermarktung: Rose Heilmann,

Gisela Schaarschmidt u.a.

Deckblatt-Verfahren im PFV zur K50n: R. Heilmann

Plakate: Brigitte Becker-Carus

Schaukasten: Judith Schluchter u.a.

Sitzungen des Umwelt-Ausschusses des Gemeinderats: J. Schluchter / R. Heilmann

Stellungnahmen zu Verfahren nach §29 BNschG:

Erhard G. Heilmann

Tägliche Kontrolle der Amphibien-Fangeimer am Kleingewässer auf der geplanten Trasse der K 50n (März und April, zusammen mit vom Kreis beauf­tragten Gemeinde-Angestellten): Erhard G. Heilmann u.a. Zur umfangreichen und zeitaufwändigen Kontro­verse mit den Kreisbehörden s. Homepage:

www.bund.net/altenberge. -

Zusammen mit dem Arbeitskreis Eine Welt konnte die Verfüllung des Gewässers in der Laichperiode 2007 verhindert werden - nicht aber der sinn- und gesetz­widrige Fang von Amphibien und ihre Umsetzung in ein ungeeignetes Gewässer.

12.02. Jahreshauptversammlung mit Wahlen. Neuer und alter Vorstand: Judith Schluchter (Vositzende)

Gisela Schaarschmidt (Kasse)

Dr. Sabine Lenz (Schriftführung)

21.04. Fahrradbörse (Birgitt Althoff)

29.04. Beteiligung der Ortsgruppe am Projekt Natur­genussroute:

Fahrradtour Altenberge - Nienberge.

BUND - Stand auf dem Hof Lüttke Jüdefeld

06.05. Vogelstimmen-Exkursion zusammen mit dem Heimatverein (Alexander Linnemann, Erhard G. Heil­mann, Thomas Krämer). Anschließend Frühstück auf dem Hof Entrup 119, früher "Drunter und Drüber".

03.06. Botanische Exkursion. Thema: Blüten-Morpho­logie (Dr. Sabine Lenz)

14.09. Kochkurs ( Lothar Szych)

01.10. Apfelfest auf dem Gelände der Grünwerkstätten Altenberge, eine Aktion zusammen mit dem NaBu Münster.
Sammlung kostenlos überlassener Äpfel von Obst­wiesen Altenberger Landwirte durch BUND, Kinder­gärten, Schulen und Sportverein. Saftpressung mit einer mobilen Presse, gesponsort durch Sparkasse und verschiedene Firmen. Verteilung des Saftes an Kinder­gärten, Schulen, Sportverein. (Rose Heilmann, Jutta Ritter, Judith Schluchter, u.a.)

14.10. Gehölz-Exkursion: Die Kiefer, Baum des Jahres 2007 (Alexander Linnemann, Forstassessor Michael Henjes)

31.10. Kochkurs (Lothar Szych)

Erhard G. Heilmann

 

 

BUND-Ortsgruppe Emsdetten

www.umweltverbaende-emsdetten.de ist die Internet­adresse der Ortgruppe des BUND und NABU in Ems­detten. Wir suchen noch Leute, die Lust haben Artikel zu schreiben oder uns nur mit Berichten über Natur- und Umweltschutz versorgen wollen, egal ob aus Burgstein­furt, Rheine oder sonst wo aus dem Kreis. Einfach per Post oder e-mail senden an:

friedel.hesseling@umweltverbaende-emsdetten.de

Unsere Schwerpunkte 2007:

Die Kinder- und Jugendarbeit unter Leitung von Christiane de Jong ist inzwischen seit Jahren fester Bestandteil der Arbeit in Emsdetten geworden. Mehr als 20 Veranstaltungen zu den Themen: Umweltbildung und Naturschutz: Geheimnisse der Wildwiese, Waldabenteuer, Fledermausaktionen, Apfelernte, Papierproduktion und vieles andere stand auf der Agenda. Regelmäßig wird in der Tageszeitung berichtet, auch auf unserer Internetseite sind die Berichte zu lesen.

Der NUA LUMBRICUS-Bus ist inzwischen ein fester Gast in Emsdetten. Gemeinsam mit der Käthe-Kollwitz-Schule wurde in diesem Jahr im Brook die Waldöko­logie erforscht.

Das neue, aktuelle Programm für 2008 ist wieder inter­essant und auf der Internetseite zu finden.

Infos: Christiane de Jong, tel. 02572-952353.

In unserer Reihe der Dokumentarfilm zeigten wir zum Thema Klimawandel den Film von AL Gore: „Eine un­bequeme Wahrheit“ sowie zum Thema Lebensmittel den preisgekrönten Film: „We feed the World“. Diese Filme können Sie auch als DVD-Ausgabe bei uns ausleihen.

Aktuell veranstalten wir am 20.02.2008 die Multivision „Klima & Energie“.

Die Venn AG - unsere aktiven Naturschützer – arbeiten aktiv an der Erhaltung und Renaturierung des bedeu­tenden Naturschutzgebietes EMSDETTENER VENN. Der neue Lehrpfad findet auch überregional große Anerkennung. Die Naturliebhaber können die Schönheiten des Moores näher erleben und damit den Sinn des aktiven Naturschutzes akzeptieren.

Die Venn AG unter Leitung von Heinz Rinsche, Ludwig Klasing und Karl Riddering betreibt praktische Naturschutzarbeit, Koordinierung der Pflegemaßnahmen, Be­treuung des Naturlehrpfades und Werbung für den Erhalt des Venns. Unsere Broschüre "Emsdettener Venn“ ist empfehlenswert.

Regelmäßig finden Entbirkungsaktionen/Entkusselung im Venn statt, um den starken Gehölzaufwuchs zu ver­hindern, der zu einer Verwaldung des Moores führen würde. Auch hierzu brauchen wir Unterstützung von freiwilligen Helfern, die Spaß daran haben, Naturschutz auch in aktivem Tun zu erfahren.

Aktuell werden Staumaßnahmen geplant und durchge­führt, um den Hochmoorcharakter des Venns auch in den Randbereichen wieder zu regenerieren

Natur- und Vogelkundliche Wanderungen: unter fach-kundiger Führung von Heinz Rinsche und Karl Ridde­ring durch Emsaue und Venn fanden 2007 viel Anklang und stehen 2008 auch wieder im Angebot, aktuelle Termine in unserem Veranstaltungskalender und auf Anfrage.

Schutzgemeinschaft Ems: die Renaturierung des Müh­lenbaches im Stadtgebiet mit der naturnah renaturierten Verlegung der Bachmündung sind weiterhin Thema der aktuellen Politik der Stadt. Die Frage, „wie viel Natur muss vor dem Siedlungsdruck des Menschen geschützt werden“ wird heiß diskutiert. Muss es einen öffentlichen Weg in die Aue geben?

Umweltpolitik: Durch unseren Platz im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Wirtschaft der Stadt Emsdetten versuchen wir unseren Einfluss auf Stadt- und Umweltplanung und kurzen Wegen zu den Behör­den geltend zu machen.

Zu unseren regelmäßigen Monatstreffen sind

Jeder­mann und Jederfrau immer herzlich willkommen- Termine auf Anfrage!

Friedel Hesseling

 

im Januar 2008

 
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