Blickpunkt Mühlenbach
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Bild 1 EV-Foto Böhm
Der Mühlenbach hat mit seinem Hochwasser vom renaturierten Teil in den Emswiesen Besitz ergriffen. Die Aue ist geflutet. Im Morgenlicht bei Raureif bietet das Naturschutzgebiet einen herrlichen Anblick für Naturfreunde.
Jetzt ist das Bett gemacht EV Blickpunkt Mühlenbach 24. Jan. 2007
Hochwasser vollendet Renaturierungsmaßnahmen / Feuchtgebiete erstmals geflutet
EMSDETTEN - Kein gemächliches Plätschern ist zu hören - kräftig und selbstbewusst bahnt sich der Mühlenbach mittlerweile seinen Weg durch das Flussbett. Die heftigen Regenfälle der vergangenen Woche geben dem Bach endlich die Möglichkeit, sich so auszubreiten, wie die Natur es möchte.
Nach der naturnahen Umgestaltung im Sommer schmirgeln die gewaltigen Wassermassen jetzt das Ufer, schaffen dem Bach ein neues Bett entlang der sandigen Böschung. Für Diplom-Ingenieur Roland Scholtes vom Abwasserwerk ein wunderbarer Anblick.
Bild 2 EV-Foto Böhm
Am alten Klärwerk sperrte die Stadt die Spazierwege wegen Hochwassergefahr .
Höchster Wasserstand
„Das Gewässer kann sich natürlich entwickeln, die Abbrüche von der Uferkante sind sogar gewünscht. Hier ist ein richtiges Wohlfühlumfeld entstanden, besonders für junge Familien", so Scholtes mit Blick auf das Baugebiet Mühlenbachaue.
Vergangene Woche hatte der Bach den höchsten Wasserstand seit Beginn der Maßnahmen im Sommer 2006. Mittlerweile ist das Wasser um 60 Zentimeter gesunken. Aber noch immer führt der Bach Hochwasser.
Gefahr besteht, beispielsweise in den Bauabschnitten zwischen Knollenwiese und Albert-Haverkamp-Weg, jedoch keineswegs. Durch Faschinen - 30 Zentimeter hohe Körbe unter der Wasseroberfläche - wird der Bachlauf sanft reguliert. Das Wasser kann sich in die Feuchtgebiete am Ufer ausdehnen.
„Es ist sichergestellt, dass das Gewässer in der Lage ist, ein 100-jähriges Hochwasser ohne Schaden abzuführen", lautet Scholtes sachkundige Erklärung.
Menschen integrieren
Und nicht nur in ökologischer Hinsicht' sind die Feuchtgebiete ein Gewinn für das Areal. Tümpel auf Höhe des Stadtparks und an der Knollenwiese wurden mit dem Bach verbunden, Treppenstufen führen direkt zum Ufer: „Wir wollten die Menschen integrieren.“Neugierige können sich jetzt auf den Betonstufen nasse Füße holen.
Der nächste Bauabschnitt bis zur Reckenfelder Straße ist in Planung. Wenn die Verhandlungen mit den Eigentümern der landwirtschaftlichen Flächen abgeschlossen sind, kann nach Genehmigung der Fördermittel ab 2008 mit dem Bau begonnen werden, hofft Scholtes. - mda
Bild: 3 EV-Foto Daschty
Abbrüche an der Uferkante, hier bei Deitmar, entstehen durch den Lauf des Baches und sind gewünscht.
Bild: 4 EV-Foto Daschty
Orkan Kyrill hat einige Spuren hinterlassen: Projektleiter Roland Scholtes sichtet die entwurzelten Bäume.
NRW-Fördermittel beantragt
Auf etwa 7,8 Kilometern breitet sich der renaturierte Mühlenbach im Stadtgebiet aus. Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf 1,7 Mio. Euro. 80 Prozent Fördermittel stellt das Land NRW bereit, der Eigenanteil der Stadt Emsdetten liegt bei 20 Prozent. Um den zweiten Teilabschnitt bis zur Reckenfelder Straße in Angriff zu nehmen, muss die Stadt die Uferflächen von den Privateigentümern pachten. Die Verhandlungen laufen. Der Fördermittelantrag muss von der Bezirksregierung Münster genehmigt werden. Laut Roland Scholtes ist mit dem Beginn der Baumaßnahme Anfang 2008 zu rechnen. mda
Emsdettener Volkszeitung vom 24. Januar 2007
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