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Freiflächenentwicklungsprogramm

 

Unsere Stellungnahme zum vorliegenden Konzept:

 

 

es wird begrüßt, dass die weitere Stadtentwicklungsplanung auf einem durchgehenden Freiflächenentwicklungskonzept basieren wird.

Das vorliegende Konzept bildet hierzu einen sinnvollen Grundstein, Planungsgrundsätze für die Zukunft zu definieren.

Andererseits müssen wir feststellen, dass in diesem vorliegenden Konzept die Aspekte des aktiven Naturschutzes zu gering bewertet oder vernachlässigt werden und die Maßstäbe eines nachhaltigen Handels nicht ausreichend definiert werden.

 

Wir beantragen daher:

Die weitere langfristige Stadtplanung wird auf Basis des im Detail noch zu diskutierenden Freiflächenentwicklungskonzeptes unter das Motto: „ökologische Stadt der Zukunft“ gestellt.

Sämtliche Maßnahmen der Stadtplanung erfolgen unter dem Gesichtspunkt des nachhaltigen Handels.


 

Begründung:

zur dauerhaften Erhaltung des Charakters Emsdettens als „Stadt im Grünen“ ist es nicht nur erforderlich, Eingriffe in den Naturhaushalt zu kompensieren sondern sämtliche Handlungen und Maßnahmen müssen unter den Gedanken der „Nachhaltigkeit des Wirtschaftens“ gestellt werden:

•  keine weitere unnötige Versiegelung von Flächen,

•  Aufarbeitung alter Planungsfehler bzw. –versäumnisse,

•  vordringliche Zielsetzung zur Reduktion des CO2 Ausstoßes,

•  weitere Renaturierung sämtlicher Fließgewässer,

•  Verbesserung und Ausbau der Naturschutzflächen,

•  Sicherung von Naturruhezonen, Schutz in FFH-Gebiet,

•  Vertiefender Schutz von alten Bäumen,

Zu den einzelnen Positionen des vorliegenden Freiflächenentwicklungskonzeptes soll hier nicht im Detail Stellung genommen werden, da dies diesen Rahmen sprengen würde, aber dennoch wollen wir hierzu einige kurze Anmerkungen, die ggfls. in der weiteren Diskussion zu vertiefen sind, anmerken:

 

Demografische Entwicklung:

•  Emsdetten sollte Abschied nehmen vom Gedanken des weiteren Bevölkerungswachstums – entgegen dem Bundestrend – und die demografische Entwicklung als Chance für eine „kompakte“ langfristige nachhaltige Stadtentwicklung für die Generationen der Zukunft nutzen;

 

Umweltbildung: (s. Seite 41 des Konzeptes)

•  Ordnung und Sauberkeit vs. Naturschutz und Nachhaltigkeit müssen diskutiert werden;

•  Verständnis und Bewusstsein für die Umweltrelevanz des Handelns, im öffentlichen wie auch im privaten Bereich, muss vertieft werden;

 

Baumschutz: (s. 45 des Konzeptes)

•  einen verstärkten Erhalt alter Bäume wird im Konzept richtigerweise angemahnt, auch bemerkenswert, da die Verfasser den alten Baumbestand im Stadtgebiet nicht kannten, bevor dieser rigoros beseitigt wurde (z.B. Borghorster Str., Amtmann-Schipper-Str., Grevener Damm usw.) und sie legen damit die Finger in offene Wunden, denn aktuell sollten gerade die Bäume der Stadtmitte/Brink dem neuen Innenstadt-Platzkonzept geopfert werden?

•  Verständnis und Bewusstsein für den Erhalt und die Pflege insbesondere alter Stadtbäume (auch im privaten Raum) muss vertieft werden;

•  die Qualität von Neuanpflanzungen von Bäumen ist zu verbessern. (Hierzu

sei verwiesen, wie jämmerlich die neu gepflanzten Bäume im Gegensatz zum abgeholzten Altbestand am Grevener Damm erscheinen (zudem ist die ökologische Wertbilanz hier völlig unzureichend); ähnliches gilt für die Bäume an der Borghorster Str, u.s.w.

 

Kompensationskataster:

•  zu den gesetzlichen Vorgaben sollten auch entfernte Bäume mit ihrer Wertigkeit und dem Ersatz aufgeführt und nachgehalten werden;

 

Mühlenbachrenaturierung / Stadtparkerweiterung:

•  im Rahmen der erforderlichen Fortführung der Mühlenbachrenaturierung Richtung Stadtpark (bis Hof Fallenberg) schlagen wir eine Stadtparkerweiterung auf der gegenüberliegenden Seite des Baches mit vor. Mit einer weiteren Brücke über den dann renaturierten Mühlenbach wird der natürliche Flusslauf in der angrenzenden Parklandschaft erlebbar, zudem wird dies verbunden mit einer ökologischen Aufwertung der typisch westfälischen Eschlage.

 

Ems / Mühlenbachmündung / Emsauenweg: (s. a. 37)

•  ein nördlicher Fuß-/ Randweg entlang dem neuen Mündungsgebiet erscheint noch akzeptabel. Der Ausbau von Nutzungswegen innerhalb der Flächen sowie der Bau von weiteren zusätzlichen Brücken wird abgelehnt (Motte: Sicherung von Naturruhezonen, FFH–Gebiet bedarf zusätzlichem Schutz).

 

Westumgehung:

- aufgrund der zusätzlichen lang andauernden Flächenversieglung und einer unzureichenden Kosten-/Nutzenbilanz wird die Westumgehung bis zum Teekotten von uns abgelehnt.

•  eine Trassenführung muss im Rahmen der UVP (- u.a. nähere Anbindung an die Stadt gefordert-) erfolgen.

• 

Trotzdem wollen wir unser Angebot der Begleitung der Grünplanung im Rahmen einer UVP weiterhin aufrecht erhalten.

Westpark:

•  eine Ausweisung als landwirtschaftliche Flächen (Wald/Wiese) mit extensiver Nutzung statt Ausweis als „Parklandschaft“

 

Grünring:

•  der Ausbau als Ring in nord-östl. Richtung Westumer Landstraße sowie Lückenanschluss Droste-Hülshoff-Allee in Richtung Mühlenbach ist wünschenswert.

•  nach Vorbild der münsterschen Promenade muss die Gestaltung des Ringes autofrei und naturnäher erfolgen (fehlende Wildheit der Grünflächen vs. Alternativen zum Betongrün). Die Parkflächen müssen zugunsten eines naturnahen Ausbaus aufgegeben werden;

 

Allee Westumer Landstraße:

•  eine sofortige Aufforstung der fehlenden Alleebäume sollte erfolgen;

•  ein einspurige Führung der Straße mit 2 Radwegen (andersfarbig rot) ist möglich, (nach holl. Modell), dadurch wird eine deutliche Verkehrsberuhigung erreicht.

 

öffentliches Grün in private Hand:

•  keine Einzäunung (2.Meter Barrieren/Zäune) an den grünen Wohnumfeldverbindungswegen von Grünflächen, die in private Hand gegeben wurden, um eine durchgehende Durchgrünung zu sichern;

 

Grünanlage Heidberge (Ehrenmal / alter Friedhof):

•  vorgeschlagene rigorose Modernisierung des Parks wird abgelehnt, da es sich hier um ein Rückzugsgebiet für Vögel und Kleintiere handelt ,

•  alternativ wird empfohlen, mehr Wildheit zu wagen, den alten Charakter des Friedhofes zu sichern statt einen barocken Garten schaffen zu wollen;

 

Sinninger Venn: (s. Seite 20, 35)

•  das Naturschutzgebiet muss besser geschützt werden, die Nutzung muss zurückgedrängt werden,

•  Lehrtafeln / Lehrpfad denkbar?

•  Kreis sollte ggfls verstärkt in die Pflicht genommen werden, und sonstige Fördermöglichkeiten sind auszuloten;

Querspange Süd / Südring:

- Anlage von Alleebäumen am Südring (Reckenfelder Str. bis Grevener Damm) vergleichbar wie Grünring (Grünringerweiterung Richtung Ost) wird hier vorgeschlagen, um einen Lückenschluss zu erreichen;


Spielplätze in Emsnähe:

•  hier wird die Ausgestaltung mit Info- und Erlebnistafeln vorgeschlagen, dies mit der Intention, den Nutzern einen Ems- Naturschutz zu vermitteln (was bedeutet „Naturschutzgebiet Emsaue“ für die Kinder).

Wie oben bereits erwähnt, sind dies nur kurze Anmerkungen zu den einzelnen Positionen des Freiflächenkonzeptes. Eine Vertiefung der Detailfragen ist noch erforderlich. Wir schlagen vor, dass jeder Punkt im Detail noch zu diskutieren ist und stehen hierzu gern zur Verfügung.

 

Emsdetten im Oktober 2007

Die Umweltverbände in Emsdetten BUND /NABU

 

 

 
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