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Aufruhr am Kammmolch-Tümpel

 

 

BUND läuft Sturm gegen Vorgehen des Kreises / Maßnahme am neuen Biotop übereilt?

Altenberge/Kreis Steinfurt • Hopplahopp soll es jetzt ge­hen mit der Verlagerung der streng geschützten Kammmolche aus dem Tümpel hin­ter der Firma Weßling in ein neu geschaffenes Biotop, das etwa 900 Meter entfernt liegt.

Den Eindruck jedenfalls hatten am Montag die völlig entsetzten Umweltschützer aus Altenberge, als dort mor­gens die Bagger auftauchten. Entsprechend groß war die Aufregung. „Ursprünglich war im Plan vorgesehen, dass für den Bau der Südumge­hung K 50n zuerst der Trog für die Bahnunterführung er­stellt wird", erläutert Erhard Heilmann vom BUND Alten­berge.

Dann wäre Zeit genug da gewesen, dass das neue Ge­wässer auch die richtigen Lebensbedingungen für die Kammmolche und andere Amphibien entwickelt. Ei­gentlich benötige ein Gewäs­ser etwa zwei bis drei Jahre, ehe Tiere eingesetzt werden könnten. Der neue Teich ist gerade einmal vierzehn Tage alt.

So angekündigt

„So wie es jetzt abläuft, war es von uns im Herbst ange­kündigt worden", erklärt Ste­phan Selker, Leiter des Kreis­straßenbauamts, dazu. Man habe extra einen Biologen hinzugezogen, der die Maß­nahme überwacht. An beiden Standorten gebe es ungefähr die gleiche Vegetation aus Gras und Bäumen. „Daher gehen wir davon aus, dass Larven von Insekten schnell den neuen in den neuen Teich einwandern", so Sel­ker. Dann wä­re Futter für die Molche vorhanden.

Derzeit werden mit einem Krötenzaun die zum alten Tümpel hinwandernden Am­phibien eingefangen und in den neuen Teich umgesetzt. Dort ist ein weiterer Kröten­zaun, der sie von ihrem na­türlichen Trieb, immer das al­te Laichgewässer für die Fort­pflanzung aufzusuchen, ab­halten soll. „Der neue Teich ist eigentlich schön gelegen", betont Heilmann, nur biete er den Tieren, die jetzt dort ein­gesetzt und festgehalten wer­den, im Moment noch keinen Lebensraum. Auch, dass im Mai der alte Tümpel zuge­schüttet werden soll, würde nach Ansicht der Umwelt­schützer die Molche umbrin­gen, die bereits jetzt schon hinein gelangt sind.

Rücksichtnahme

„Wir wollen ja Rücksicht nehmen", meint Selker dazu. Tiere, die bereits im Teich sei­en, würden abgekäschert und umgesetzt. Erst, wenn der Biologe „grünes Licht" gebe, werde man den alten Tümpel überbauen.

Das müsse also nur am Zeitfaktor zu hängen. Tatsa­che ist, dass Kammmolche zu den streng geschützten Arten gehören und weder absicht­lich noch unabsichtlich getö­tet oder in ihrem Lebensraum gestört werden dürfen, sagt das Bundesnaturschutzge­setz. Daher hat der BUND-Landesverband gegen dieses seiner Meinung nach wider­rechtliche Vorgehen eine einstweilige Anordnung beim Verwaltungsgericht Münster beantragt. • ter

Foto Terstegge Erhard Heilmann am alten Molchtümpel. Im Vordergrund sieht man den Krötenzaun und einen der Eimer, in denen die Tiere eingesammelt und zum neuen Teich getragen werden.

 

Münstersche Zeitung Kreis u. Region

16. März 07

 

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Der neue Teich ist eigent- nicht unbe- lich schön g elegen , dingt im Mai

ERHARD HEILMANN

 

 

 
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