Eigenkompostierung durch die EGST
Der Kreis soll selber ran
Kreis u. Region vom 7. Feb. 2007
Umweltverbände sprechen sich für Eigenkompostierung durch die EGST aus
KREIS STEINFURT - Vehement für eine Eigenkompostierung der Bio-Abfälle im Kreis durch die kreiseigene Entsorgungsgesellschaft EGST sprechen sich die drei Umweltverbände BUND, NABU und ANTL aus.
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) plädieren in einem gemeinsamen Schreiben an den Kreis und die verantwortlichen Politiker dafür, eine Entscheidung nicht nur „aus dem Blickwinkel von Marktinteressen und Gebührenhöhe zu fällen".
Die Abfallentsorgung gehöre zu den Aufgaben der Daseinsvorsorge, ihre Durchführung liege im öffentlichen Interesse. Bei einer Entscheidung über die Bio-Kompostierung sei der Blick auch zu richten auf Aspekte wie Klimaschutz, Arbeitsplätze und Sozialkosten.
Risiken
Die Umweltverbände betonen: „Die Vergabe an den billigsten Bieter birgt Risiken, die den vordergründigen Gewinn oft schnell in Verluste verwandeln". Deshalb hätten Landkreise in letzter Zeit die Abfallentsorgung in die eigene Hand genommen. Das Schlagwort „privat statt Staat" suggeriere Entlastungen auf staatlicher Seite, „die nicht eintreten oder durch neue Belastungen konterkariert werden".
Ganz eindeutig sprechen sich die Umweltverbände für das Verfahren der Vergärung aus, das auch von der Kreiserwaltung favorisiert wird. „Aus Klimaschutzgründen ist der Vergärung mit Gasgewinnung und Kraft-Wärme-Koppelung der Vorzug zu geben, zumal davon ausgegangen werden muss, dass Kompostierungs-Altanlagen im Laufe der kommenden Jahre aufwändig nachgerüstet werden müssen." Damit schmelze auch der preisliche Vorteil dahin.
Kompost-Absatz
Niedrigpreis-Angebote gebe es für aerobe (mt Sauerstoffzufuhr) Kompostierung in nicht ausgelasteten Anlagen mit klimaschädigenden Emissionen von Methan und Lachgas, zusätzlichem Energiebedarf und oft untertarifich bezahlten Mitarbeitern.
Dagegen schlage die EGST die Biomüll-Verarbeitung in einer modernen Vergärungsanlage mit Gasgewinnung, Stromerzeugung und Wärmetzung vor. Das senke die Energiekosten, schone das Klima und verringere die Kompostmengen. Und: Die Mitarbeiter sollen nach Tarif bezahlt werden.
Der Absatz des Kompostes sollte aus Sicht der Umweltverbände allerdings Sache des Betreibers sein. Sie wollen die EGST verpflichten, den Absatz zu regeln: „Der Maschinenring ist zwar sehr interessiert an der Vermarkvtung des anfallenden Kompostes, lehnt aber jedes Risiko ab. Im Klartext: Der Kreis würde über Gebühren Maklerdienste finanzieren, aber voll in der Verantwortung bleiben", so die Umweltverbände abschließend."
Die Kompostierungsanlage der Firma Bekon in München ist mit technisch geringerem Aufwand zu betreiben als die Anlage in Lemgo und wird daher als Modell für den Kreis diskutiert.
Text : Ulrich Hiller, Redaktion EV
Bild: Fotro Bekon
07. Februar 2007 | Münstersche Zeitung Steinfurt
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