Wo die Kanadagänse „Ongen"
EV 10. Jan. 2007
Venn wird zur Raststätte im Winter für die Gäste vom Niederrhein / Wärme und Futter locken viel zu früh
EMSDETTEN. Die Kanadagänse kommen. Wärme und Futter locken. Das ganze Venn ist erfüllt vom lauten Rufen versprengter Gruppen, die bis zu 150 Vögel zählen können: „Ong, ong" ist aus der Entfernung zu vernehmen. Volltönend und trompetend verfügt die Gans über mehr als ein Dutzend verschiedener Lautäußerungen.
Vor allem an den Tümpeln in den Feuchtwiesen versammeln sich größere Schwärme in dem Naturschutzgebiet, die jeden Spaziergänger argwöhnisch beobachten. Wagen sich Zeitgenossen zu nah an die Gänse-Gruppe heran, suchen die verfrühten Wintergäste laut kreischend das Weite. Deshalb gilt gerade jetzt um so mehr für Hundehalter: Waldi anleinen! Ansonsten fliegen die Gänse mit kräftigen Flügelschlägen auf, um sich an anderer Stelle einen Ruheplatz zu suchen.
Viele Tiere sind auf den Grünflächen vor Lehrpfad und Aussichtsturm zu beobachten, sofern Besucher den Abstand einhalten. Dabei sind die Kanadagänse - die leicht mit Graugänsen ver- wechselt werden, aber etwas größer sind und eine weiße Wange haben - wegen der warmen Witterung erst einmal zu früh nur zu Gast in Emsdetten. „Sobald es kälter wird, werden sie zurück ins wärmere Rheinland fliegen. Ansonsten halten sich fast ständig Gänse in Münsters Rieselfeldern auf", sagt der Venn-Experte von BUND und NABU, Karl Riddering, auf Anfrage unserer Zeitung und kennt sich aus: „Eigentlich kommen die Vögel erst ab Februar, März zu uns, um dann ihre Brutgebiete aufzuteilen. Dafür wäre es jetzt noch zu früh. Es könnte aber sein, dass vereinzelt doch damit begonnen wird, weil die Temperaturen so hoch sind“, führt Riddering aus und weiß, dass Beobachtunger abwarten müssen, wohin die Gänse nachts fliegen: „Tagsüber fressen sie in Gruppen auf den Feuchtwiesen der Naturschutzgebiete, um bei Einbruch der Dunkelheit abzufliegen - bei Frost zurück ins Rheinland." *ras
Wer die Ruhe der Kanadagänse stört, darf sie nicht beobachten. Dann fliegen die Gruppen, die zwischen zehn und 150 Vögel zählen, mit kräftigen Flug' und laut kreischend davon. Nach dem Winter bilden sich die Brutpaare; so dass die Ketten aufgelöst werden.
Bild EV-Foto Schacke
Ganz seelenruhig fressen die Gänse rund um die Wassertümpel im Moor. Einige schwimmen auf den kleinen Seen, andere beobachten argwöhnisch Umfeld und Fußgänger.
Bild EV-Foto Schacke
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